{"id":2215,"date":"2021-08-05T08:20:00","date_gmt":"2021-08-05T06:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/?p=2215"},"modified":"2024-08-06T17:15:42","modified_gmt":"2024-08-06T15:15:42","slug":"cals88","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/2021\/08\/cals88\/","title":{"rendered":"Leviatan &#038; Co.: Mehr kanaanitische Mythologie in der hebr\u00e4ischen Bibel"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"\">Es ist eine Zoologie der anderen Art, die sich mit einer Fauna besch\u00e4ftigt, die von Biologen nicht studiert wird: Leviatan, Rahab und Behemoth, alles Transliterationen von hebr\u00e4ischen W\u00f6rtern, die im Deutschen verwendet werden, sowie der weniger pr\u00e4zise Begriff <em>Tannin<\/em>, der verschiedentlich als <em>Seeschlange<\/em>, <em>gro\u00dfer Fisch<\/em>, <em>Wal<\/em>, <em>Krokodil <\/em>oder <em>Drache <\/em>\u00fcbersetzt wird. Und vielleicht geh\u00f6rt sogar das Meer selbst zu dieser Auflistung: Das kanaanitische Wort <em>yam <\/em>steht sowohl f\u00fcr das Mittelmeer als auch f\u00fcr den kanaanitischen Gott des Meeres, der Yam hie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>Diesen Brief gibt es in Englisch auch als<\/em> <a href=\"https:\/\/youtu.be\/JlwIL3WWWBQ\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">VIDEO PODCAST<\/a> <em>und als<\/em> <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/cals-87-leviathan\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AUDIO PODCAST<\/a><em>; du kannst den Text auch als<\/em> <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/CALS-87-handout-leviatan-D.docx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">WORDDATEI<\/a> <em>oder als<\/em> <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/CALS-87-handout-leviatan-D.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PDF<\/a> <em>herunterladen<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ozeane brausen m\u00e4chtig: <em>Chaoskampf <\/em>im AT?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein kleiner Katalog von Ungeheuern; was machen wir daraus? Wieder einmal m\u00fcssen wir einen Blick auf die Mythologie im Hintergrund werfen \u2013 nicht die Mythologie Israels, sondern die seiner Nachbarn. <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/2021\/05\/cals85\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">In einer fr\u00fcheren Ausgabe<\/a> schrieb ich \u00fcber den sogenannten Baal-Zyklus (siehe auch <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/2016\/05\/cals25\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ausgabe 25, \u201eDie verlorene Welt von Genesis 1-11\u201c<\/a>). In diesem k\u00e4mpft Baal mit dem Meeresgott Yam und seinem Gef\u00e4hrten Leviatan. Letzterer erscheint in der kanaanitischen Mythologie als siebenk\u00f6pfiges, drachen- oder schlangenartiges Meeresungeheuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir m\u00fcssen uns auch vor Augen halten, dass das Meer eine unglaublich zerst\u00f6rerische Kraft darstellt. Im alten Orient wurde es verst\u00e4ndlicherweise sehr gef\u00fcrchtet. Die Seefahrt war nichts f\u00fcr Feiglinge. Es ist kein gro\u00dfer Schritt, eine solche Naturgewalt als lebendiges, vielleicht \u00fcbernat\u00fcrliches und b\u00f6swilliges Lebewesen zu verstehe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Dar\u00fcber hinaus glaubten die Menschen im alten Orient allgemein, dass die Welt aus dem Wasser, genauer gesagt, aus dem ungeformten w\u00e4ssrigen Chaos des Anfangs, entstanden sei. Heutzutage spricht man oft vom Ur-Ozean.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir wissen nicht, wie sich die Kanaaniter die Sch\u00f6pfung vorstellten (der Baal-Zyklus beschreibt Ereignisse in einer sp\u00e4teren Zeit), aber im babylonischen Ursprungsmythos mit dem Titel Enuma Elisch erscheint dieser Ozean definitiv als eine halbpers\u00f6nliche Kraft, ein schreckliches Ungeheuer. Babylons f\u00fchrende Gottheit ist Marduk und der Drache hei\u00dft Tiamat. Selbst die G\u00f6tter f\u00fcrchten Tiamat, und der Kampf ist erbittert. Die Sch\u00f6pfung wird erst m\u00f6glich, nachdem sich die G\u00f6tter auf diesen Kampf auf Leben und Tod eingelassen haben und siegreich daraus hervorgegangen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ungeformtes Wasser umgab weiterhin den Kosmos, die bewohnbare Welt. Als solches war es eine unheilvolle Pr\u00e4senz, eine immerw\u00e4hrende Bedrohung, die eines Tages die Sch\u00f6pfung \u00fcberw\u00e4ltigen oder zumindest einen weiteren Angriff starten k\u00f6nnte. Tiamat war tot, aber wer wusste schon, welche Art von Kreaturen sich noch in den Tiefen des Meeres versteckten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Der Kampf der Anf\u00e4nge wird sogar in der englischsprachigen Theologie oft mit einem deutschen Wort bezeichnet: <em>Chaoskampf<\/em>, der Urkampf, in dem die G\u00f6tter furchterregende, monsterartige Gegner bezwangen. Oft stellt man diese Wesen heute als Kr\u00e4fte des Chaos dar, eine eher moderne Umdeutung oder Einsch\u00e4tzung dessen, wof\u00fcr der Mythos \u201ewirklich\u201c stand. Es scheint aber unwahrscheinlich, dass die Kanaaniter oder die Babylonier den Mythos in dieser Weise verstanden haben. Immerhin: Die moderne Interpretation des Mythos erkl\u00e4rt das &#8216;Chaos&#8217; im <em>Chaoskampf<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Viele Bibelforscher sind zu dem Schluss gekommen, dass auch das AT einen solchen Kampf der Anf\u00e4nge widerspiegelt, auch wenn dieser in 1. Mose 1 reduziert ist. Sie erkennen Hinweise auf den finsteren Gegner in der formlosen, leeren Finsternis und \u201eder Tiefe\u201c von 1. Mose 1,2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Andere sind vorsichtiger und ziehen es vor, allgemeiner von einem Kampfmythos zu sprechen: In verschiedenen Bibelstellen k\u00e4mpft JHWH mit Kr\u00e4ften des Chaos und der Zerst\u00f6rung; es muss sich dabei nicht zwangsweise um die Sch\u00f6pfung handeln. Schlie\u00dflich ist das im Baal-Zyklus auch nicht der Fall. In dieser Sicht k\u00f6nnen Szenen, in denen Gott als Krieger auftritt oder die von verschiedenen mythologischen Ungeheuern sprechen, solche Kampfmythen widerspiegeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Sicher ist, Elemente eines solchen Kampfes tauchen gelegentlich in der Bibel auf. Wieder einmal stehen wir vor der Frage: Haben wir es mit Elementen antiker Mythen zu tun, die auf verschiedene Weise f\u00fcr literarische und rhetorische Zwecke verwendet werden, \u00e4hnlich wie beim \u201eWolkenfahrer\u201c? Oder war ein solcher Kampf ein integrierter Bestandteil der Theologie und Weltanschauung Israels (und sollte es deswegen vielleicht auch f\u00fcr uns sein)? Beinhaltete die Sch\u00f6pfung einen Kampf und ein aktives \u201eChaos-Monster\u201c?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Kurzfassung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Um es anders auszudr\u00fccken: Es ist eine Sache, zu sagen, wir finden Elemente eines Kampfmythos in einem Text. Das kann man als poetische (Wieder-)Verwendung erkl\u00e4ren oder sogar als polemische Ablehnung, etwa in Form einer Entmythologisierung des Mythos. Es ist etwas anderes zu argumentieren, dass ein solcher Kampf den biblischen Verweisen auf die Sch\u00f6pfung zugrunde liegt und dass daraus folgt, dass die alten Hebr\u00e4er (und ihr biblischer Text) glaubten, dass Gott einen solchen Kampf f\u00fchren musste, um die Sch\u00f6pfung m\u00f6glich zu machen oder auch um sie anschlie\u00dfend aufrechtzuerhalten und zu sch\u00fctzen. Nur im letzteren Fall k\u00f6nnen wir wirklich von einem <em>Chaoskampf <\/em>in der Bibel sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Also, was ist es, rhetorische Fantasie oder historische Tatsache? Zun\u00e4chst die Kurzversion; meine Schlussfolgerung ist:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>1. Die Bibel <em>entmythologisiert<\/em> <\/strong>in der Regelden Sch\u00f6pfungsakt und entpersonifiziert das, was dann in modernen Begriffen am besten als \u201eNicht-Ordnung\u201c oder die \u201eungez\u00e4hmte\u201c und \u201ewilde\u201c Seite der Sch\u00f6pfung beschrieben wird: das <em>Chaos <\/em>im <em>Chaoskampf<\/em>. Der Kampf kann dabei ebenfalls eine Metapher oder ein Bild \u2013 von Gottes Macht \u2013 sein wie Drachen und \u00c4hnliches.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>2. Die Bibel <em>personifiziert <\/em>manchmal <\/strong>die \u201ewilde Seite\u201c der Sch\u00f6pfung und ihre Unordnung, wenn sie vom Vorhandensein des B\u00f6sen in der Welt und vom Sieg Gottes spricht, entweder in der Vergangenheit (z.B. \u00c4gypten) oder in der Zukunft. In diesen F\u00e4llen geht es nicht um Ereignisse \u201evor\u201c der Zeit oder jenseits der Zeit, sondern um Ereignisse, die sich <em>innerhalb der <\/em>Zeit oder der Geschichte abspielen. Die Bibel verwendet mythische Elemente<em>, ohne dadurch den gr\u00f6\u00dferen Mythos<\/em>, dem sie entnommen sind, <em>zu best\u00e4tigen<\/em>. Mit anderen Worten, sie tut dies, ohne zu<em> remythologisieren<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir sollten uns vor \u201eillegitimer Totalit\u00e4ts\u00fcbertragung\u201c h\u00fcten (so Middleton 2005: 243): Nur weil ein Wort oder eine Idee verwendet wird, hei\u00dft das nicht, dass alles, wof\u00fcr es stehen kann, und alles, was in anderen Kontexten mit ihm verbunden ist, implizit auch bejaht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Was folgt, ist die l\u00e4ngere Version meiner Antwort. Ich werde zun\u00e4chst die verschiedenen Begriffe f\u00fcr Ungeheuer untersuchen und wie die Bibel sie verwendet. Dann werde ich der Chaoskampf-Idee nachgehen, beginnend mit dem Sch\u00f6pfungsbericht in 1. Mose 1.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leviatan<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt nur wenige explizite Hinweise auf Leviatan, den siebenk\u00f6pfigen Drachen des kanaanitischen Mythos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In Psalm 104,26 ist der Leviatan ein Teil der Sch\u00f6pfung (vgl. 1. Mo. 1,21), von Gott geschaffenes \u2013 zum Spielen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Aus Hiob 3,8 erfahren wir nichts \u00fcber den Leviatan, au\u00dfer dass es eine Art magisches Ritual gab, bei dem die Menschen den Leviatan beschworen (sie \u201ewecken\u201c ihn).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Nachdem in Hiob 40,15-24 von Behemoth die Rede ist, wird in Kapitel 41 ausf\u00fchrlich von Leviatan gesprochen. Manche argumentieren, dass es sich hier um ein Krokodil oder sogar einen Dinosaurier handeln muss, aber das macht keinen Sinn. Menschen k\u00f6nnen Krokodile beherrschen und t\u00f6ten. Kein Mensch hat jemals einen lebenden Dinosaurier gesehen. Die ersten Leser von Hiob haben von der Existenz der Dinosaurier nicht gewusst. Au\u00dferdem spuckt kein Tier Feuer, wie es der Leviatan tut (Hiob 41,19-21).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In Hiob ist der Leviatan, \u00e4hnlich wie in Psalm 104, Teil der Sch\u00f6pfung (Gott hat keine Angst vor ihm), aber kein <em>sicherer<\/em> Teil. Vielleicht repr\u00e4sentiert er, modern ausgedr\u00fcckt, die verbleibende Nicht-Ordnung in der Welt, \u201edas m\u00e4chtigste Meeresgesch\u00f6pf, das man sich vorstellen kann\u201c (so Walton und Longman III 2015: 81). Alternativ k\u00f6nnten die ersten Leser den Leviatan als ein legend\u00e4res drachenartiges Ungeheuer verstanden haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">So oder so, und das ist das Wichtigste: Gott k\u00e4mpft <em>nicht <\/em>mit ihm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In Jesaja 27,1 ist die Sprache der des Baal-Zyklus bemerkenswert \u00e4hnlich, abgesehen vom Hinweis auf die sieben K\u00f6pfe:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Du hast wahrlich Lotan, die fl\u00fcchtige Schlange geschlagen, \/ 2 du hast vernichtet die gewundene Schlange! \/ 3 Die M\u00e4chtige mit sieben K\u00f6pfen \u2026 Du wirst hinabsteigen 7 in den Rachen des g\u00f6ttlichen Mot, \/ in den 8 Schlund des Geliebten Els, des Helden! (KTU 1.5 I 1-8, zitiert in <a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/15897\/\">Bauks 2006<\/a>; vgl. Offb. 12,3)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten, gro\u00dfen und starken Schwert den Leviatan, die fl\u00fcchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer t\u00f6ten. (Jes. 27,1)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Bedeutung ist jedoch eine andere: Jesaja verwendet ein ihm bekanntes Element aus der kanaanitischen Mythologie f\u00fcr etwas <em>Zuk\u00fcnftiges<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Schlacht um Baal liegt in der Vergangenheit oder sogar au\u00dferhalb der Zeit, in der zeitlosen Welt des Mythos. In der zugrundeliegenden Erz\u00e4hlung geht es um die sichere und geordnete Existenz auf der Erde. Baal muss sein Reich gegen die zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4fte des Meeres und des Chaos verteidigen, die es zeitweise zu \u00fcberw\u00e4ltigen drohen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Der Kampf Gottes in Jesaja 27 liegt jedoch nicht in der Vergangenheit; er hat nichts mit einem vermeintlichen <em>Chaoskampf <\/em>am Anfang der Zeit oder sp\u00e4ter zu tun. Er ist auch nicht \u201ezeitlos\u201c. Er findet erst noch statt, \u201ean jenem Tag\u201c. Die Kapiteleinteilung ist hier ungl\u00fccklich, denn dieser Tag wurde gerade definiert, im vorhergehenden Kapitel. Es ist der Tag, an dem Gott \u201edie Bosheit der Bewohner der Erde\u201c heimsuchen wird (Jes. 26,21).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Jesaja erkannte, dass dies nicht ausreicht. Die Kr\u00e4fte, die sich Gott und seinem Volk entgegenstellten, waren nicht auf andere Nationen und K\u00f6nigreiche beschr\u00e4nkt. Da war etwas mehr, etwas nicht ganz von dieser Welt. Mit dem Vorteil der neutestamentlichen R\u00fcckschau k\u00f6nnen wir sehen, wohin das f\u00fchrt: das Konzept von Satan und dem Krieg, der in Offenbarung 12 und 20 beschrieben wird. Jesaja sah nicht so weit und nicht so scharf. Aber er ahnte, dass es um mehr geht als nur um menschlichen Widerstand \u2013 etwas, wof\u00fcr <em>Leviatan <\/em>ein geeignetes literarisches Bild ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Psalm 74 ist ein Klagelied \u00fcber die Zerst\u00f6rung von Gottes Heiligtum. In seinem Zentrum steht jedoch ein Glaubensbekenntnis (Ps. 74,12-17). Gott hat in der fernen Vergangenheit seine \u00fcberw\u00e4ltigende Macht bewiesen:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">zerschmettert die K\u00f6pfe der Drachen im Meer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Du hast dem Leviatan die K\u00f6pfe zerschlagen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und ihn zum Fra\u00df gegeben dem wilden Getier. (Ps. 74,13f)<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"\">Aber was genau wird hier beschrieben? Ist es der Exodus? Oder ist es die Sch\u00f6pfung? Psalm 74,15f scheint von der Sch\u00f6pfung zu sprechen (Gott hat \u201eGestirn und Sonne die Bahn gegeben\u201c). Aber der Hinweis auf Hilfe oder Errettung in Psalm 74,12 und andere Elemente (\u201edu hast das Meer gespalten\u201c, Vers 13!) weisen auf Gottes Eingreifen zur Zeit des Exodus hin. Au\u00dferdem wird Leviatans Leichnam an W\u00fcstentiere (so w\u00f6rtlich Vers 14) verf\u00fcttert; das ereignet sich nach der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Vermutlich bezieht sich der Psalm also zuerst auf den Exodus und dann \u2013 in Vers 15f \u2013 auf die Sch\u00f6pfung. Aber der Kampf gegen den Leviatan geht mit dem Exodus einher (vgl. Rahab in Jes. 51,9). Die mythische Vorstellung vom Leviatan wird als Bild f\u00fcr die Macht des Pharao wiederverwendet. In Psalm 74 gibt es keinen <em>Chaoskampf <\/em>bei der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Behemoth<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Behemoth ist die Pluralform eines Wortes, das normalerweise <em>Tier<\/em>, oft <em>Vieh, <\/em>bedeutet. Allerdings kann diese Pluralform auch im Singular verwendet werden. Als solcher erscheint Behemoth in Hiob 40,15-24. Er ist keinem Landtier gleich. Parallel zum Leviatan in Hiob 41 kann Behemoth als \u201edas m\u00e4chtigste Landtier, das man sich vorstellen kann\u201c verstanden werden (so Walton und Longman III 2015: 81). Oder Behemoth ist, wie Leviatan, eine Art mythisches oder sprichw\u00f6rtliches, brutales Tier.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drache (Heb. <em>Tannin<\/em>)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Das hebr\u00e4ische Wort <em>Tannin <\/em>erscheint 15 Mal in der hebr\u00e4ischen Bibel. Es l\u00e4sst sich nicht einfach definieren. An f\u00fcnf Stellen bezeichnet es eine Schlange. Ohne die \u201eDrachenquelle\u201c (Neh. 2,13) mitzuz\u00e4hlen, bezeichnet das Wort neunmal eine Art Ungeheuer oder gro\u00dfe Meereskreatur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>Tannin<\/em> erscheint als poetische Parallele zu Leviatan (Jes. 27,1; Ps. 74,13f) und Rahab (Jes. 51,9). Hiob 7,12 verortet ihn im Meer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Jeremia 51,34 spricht von Babylon als einem \u201eDrachen\u201c, der Zion verschlungen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In Hesekiel 29,2 und 32,3 ist <em>Tannin <\/em>ein Tier, das im Nil oder im Meer liegt. Als solches repr\u00e4sentiert es ausdr\u00fccklich den Pharao. Beide Passagen sprechen vom kommenden Gericht \u00fcber \u00c4gypten. Hesekiel spricht also nicht von Sch\u00f6pfung oder <em>Chaoskampf, <\/em>sondern verwendet, wie Jeremia, einen vertrauten mythischen Begriff f\u00fcr eine politische Realit\u00e4t und verspottet Pharaos Pomp und Pracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In 1. Mose 1,21 und Psalm 148,7 wird <em>Tannin <\/em>mit dem Meer in Verbindung gebracht und mit \u201egro\u00dfe (Wal-)Fische\u201c \u00fcbersetzt. Hier wird <em>Tannin<\/em> als Teil von Gottes Sch\u00f6pfung gefeiert (\u00e4hnlich wie der Leviatan in Psalm 104,26). Psalm 148 ruft ihn sogar dazu auf, Gott zu loben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Wort kann also auf verschiedene Weise verwendet werden. Aber <em>Tannin<\/em> erscheint nie als Gottes Gegner in einem <em>Chaoskampf <\/em>am Anfang der Sch\u00f6pfung. Wie der Leviatan ist <em>Tannin<\/em>, wenn es sich um die Sch\u00f6pfung handelt, ein Teil von ihr \u2013 nicht eine Kraft, die ihr vorausging und sie zu verhindern suchte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rahab<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Als Name hat <em>Rahab <\/em>keine offensichtliche Parallele in kanaanitischen oder verwandten Sprachen, aber seine Bedeutung ist \u00e4hnlich wie die von Leviatan und <em>Tannin<\/em>. Wir haben nur sechs Textstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Rahab und der mythologische Kampf k\u00f6nnen als Bild f\u00fcr die Niederlage \u00c4gyptens im Exodus verwendet werden. Jesaja 51,9f hat dieses Ereignis im Blick und spricht davon in diesem Sinne:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat? Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der gro\u00dfen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, dass die Erl\u00f6sten hindurchgingen. (Jes. 51,9f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Auf dieser Grundlage ist Rahab manchmal einfach ein Name f\u00fcr \u00c4gypten (Jes. 30,7; Ps. 87,4).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Rahab wird zweimal in Hiob erw\u00e4hnt (9,13 und 26,12f). Diese Verse beziehen sich tats\u00e4chlich auf einen Kampf zwischen Gott und Rahab. Sie scheinen antike Mythologie widerzuspiegeln, aber sie sind kurz. Es gilt zu bedenken: Hiob ist hier nicht darauf aus, uns oder seine Freunde \u00fcber die Sch\u00f6pfung zu belehren. Au\u00dferdem: Selbst wenn Hiob \u2013 und seine Freunde \u2013 an einen solchen Kampf glaubten, folgt daraus nicht unbedingt, dass wir das auch tun sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Psalm 89 geht mehr ins Detail:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Du herrschest \u00fcber das ungest\u00fcme Meer,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Du hast Rahab zu Tode geschlagen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Himmel und Erde sind dein,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">du hast gegr\u00fcndet den Erdkreis und was darinnen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Nord und S\u00fcd hast du geschaffen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Tabor und Hermon jauchzen \u00fcber deinen Namen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Du hast einen gewaltigen Arm,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. (Ps. 89,10-14)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Erst in diesen letzten drei Bibelstellen finden wir etwas, was tats\u00e4chlich auf einen <em>Chaoskampf <\/em>hindeuten k\u00f6nnte. Es gibt einen Konflikt, aber war er Teil der Sch\u00f6pfung? Vielleicht, obwohl sich in Psalm 89 nur Vers 13 auf die Sch\u00f6pfung bezieht. Die Sprache ist hochpoetisch und feiert in erster Linie die \u00fcberlegene Macht Gottes \u2013 \u00fcber die \u201ewilde Seite\u201c der Sch\u00f6pfung. Es ist nicht klar, ob wir dies w\u00f6rtlich nehmen k\u00f6nnen, als Information \u00fcber einen historischen Konflikt, geschweige denn dar\u00fcber, was bei der Sch\u00f6pfung geschah.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir haben es mit Poesie zu tun; es ist unwahrscheinlich, dass Rahab jemals ein echtes lebendes Wesen war, das den Kosmos durchstreifte (oder was auch immer ihm vorausging). Ich werde das letzte Wort Gott selbst \u00fcberlassen, der zu Hiob spricht. Wenn er in seiner Rede von der Sch\u00f6pfung spricht, gibt es keinen Kampf, nur einen souver\u00e4nen Sch\u00f6pfer, der allein arbeitet und einem entmythologisierten Meer \u2013 verglichen mit einem neugeborenen Baby! \u2013seinen Platz zuteilt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es herausbrach wie aus dem Mutterscho\u00df, als ich\u2019s mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln, als ich ihm seine Grenze bestimmte mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Tore und sprach: \u201eBis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!\u201c? (Hiob 38,8-11; vgl. Jer. 5,22)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von der Nicht-Ordnung zur Ordnung: Die entmythologisierte Sch\u00f6pfung (1. Mo. 1)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Warum sollte man 1. Mose 1 den ersten Platz einr\u00e4umen? Greg Boyd, der \u00fcberzeugt ist, dass sich der Kampfmythos an vielen Stellen in der Bibel finden l\u00e4sst, wendet ein (1997: 103): \u201eZum einen ist nicht ersichtlich, warum 1. Mose 1 ein normativer Status gegen\u00fcber den anderen, zahlreicheren Konflikt-Sch\u00f6pfungsberichten in der Bibel einger\u00e4umt werden sollte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">Zahlreiche Sch\u00f6pfungsberichten? Welche Berichte? Es gibt viele kurze Verweise, und wir schauen uns in dieser Ausgabe einige davon an. Aber abgesehen von Hiob 26, Spr\u00fcche 8,22-31 und Psalm 104 kann keiner von ihnen als \u201eBericht\u201c \u00fcber die Sch\u00f6pfung bezeichnet werden. Und selbst diese drei sind kaum Berichte; au\u00dferdem entmythologisieren zwei von ihnen (Spr. 8; Ps. 104) die Sch\u00f6pfung fast so sehr wie 1. Mose 1.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">1. Mose 1 ist mit Abstand die umfangreichste Bibelstelle und die Sch\u00f6pfung ist ihr Thema; letzteres kann nur von 1. Mose 2 und von Psalm 104 behauptet werden. Andere Bibelstellen ber\u00fchren die Sch\u00f6pfung im Zusammenhang mit der Behandlung eines anderen Themas.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">1. Mose 1 ist Prosa, keine Poesie; sie spricht direkter und deutlicher.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">1. Mose 1 ist das allererste Kapitel der Bibel. Das sollte f\u00fcr etwas z\u00e4hlen. Wir <em>geben <\/em>ihm nicht den ersten Platz; es <em>hat <\/em>den ersten Platz.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt also gute Gr\u00fcnde, am Anfang zu beginnen. An diesem Punkt sind wir mit ungeformtem Wasser konfrontiert. <em>Chaos <\/em>ist das griechische Wort; der hebr\u00e4ische Ausdruck zur Beschreibung dieses Zustands ist <em>tohu wabohu<\/em>, formlos und leer (1. Mo. 1,2). Anders als in den g\u00e4ngigen Mythen zur Zeit der Niederschrift, ist das Wasser hier nicht lebendig. Es ist einfach nur Wasser, wenn auch ohne Form und Funktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Gibt es irgendeine Spur einer Schlacht oder eines <em>Chaoskampfes<\/em>? In einer neueren Ver\u00f6ffentlichung geht David Tsumura (2020) tief ins Detail, um zu beweisen, dass es keine solche Spur gibt. Die Tiefe (hebr. <em>tehom<\/em>) in 1. Mose 1 ist nicht Tiamat. Das einzige, was sie gemeinsam haben, ist die Verbindung mit Wasser und der erste Buchstabe \u201et\u201c. Es gibt keinen Kampf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Fehlen eines Kampfes ist so auff\u00e4llig, dass es nach Absicht aussieht, besonders wenn wir andere religi\u00f6se und mythische Elemente erkennen, die umgedeutet wurden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">Am vierten Tag erschafft Gott die Lichter: Sonne, Mond und Sterne (1. Mo. 1,14-18). Sie sind keine G\u00f6tter. Sie bestimmen nicht das Schicksal der Menschen. Sie spenden Licht. Sie markieren die Zeit. Das ist alles.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">In 1. Mose 1,20f. erschafft Gott die gro\u00dfen Meerestiere. Das hier verwendete hebr\u00e4ische Wort ist <em>Tannin<\/em>. Es ist von etwas Gro\u00dfem die Rede. Deshalb verwenden einige \u00dcbersetzungen (wie die Lutherbibel und die King James Bible) <em>Wal<\/em> oder <em>Walfisch<\/em> \u2013 das gr\u00f6\u00dfte Tier, das der Mensch kennt. Wie wir gesehen haben, kann es sich auch auf ein drachenartiges Ungeheuer beziehen. Unabh\u00e4ngig davon, ob man <em>Tannin <\/em>als einen Wal oder ein anderes Meerestier interpretiert oder ob man es als Hinweis auf ein mythologisches Wesen versteht, ist der polemische Punkt klar. Dieses gro\u00dfe Meerestier ist nicht Gottes Gegenspieler, und es hat nicht schon vor der Sch\u00f6pfung existiert; im Gegenteil, es ist einfach eines seiner Gesch\u00f6pfe. Psalm 104, eine Meditation \u00fcber die Sch\u00f6pfung, verwendet das andere, aber \u00e4hnliche Wort, <em>Leviatan<\/em>, den Gott gemacht hat, um \u201emit ihm zu spielen\u201c (Ps. 104,26). Die Menschen und ihre G\u00f6tter m\u00f6gen sich vor solchen Gesch\u00f6pfen f\u00fcrchten, aber Gott, der Sch\u00f6pfer, braucht sie nicht zu f\u00fcrchten, eben weil sie Gesch\u00f6pfe sind \u2013 <em>seine <\/em>Gesch\u00f6pfe.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, die Arbeit der G\u00f6tter zu tun und sie mit Nahrung zu versorgen; er soll Gottes Stellvertreter sein, und <em>Gott <\/em>versorgt <em>ihn <\/em>mit Nahrung (<a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/2020\/08\/cals76\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">siehe Ausgabe 76<\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"\">Kurzum, die Abwesenheit von Kampf ist absichtlich und polemisch. 1. Mose 1 schlie\u00dft jeden <em>Chaoskampf <\/em>oder Kampf der Urspr\u00fcnge aus, sogar jeden anderen Akteur als Gott, und entmythologisiert auf diese Weise die Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em>Chaoskampf <\/em>anderswo?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Und an anderer Stelle in der Bibel? Es gibt weitere Passagen, in denen der urspr\u00fcngliche <em>Chaoskampf <\/em>sichtbar werden soll; wir werden uns einige Beispiele ansehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Psalm 93 <\/strong>ist Teil einer Folge von Inthronisierungspsalmen (93, 95-99), in denen JHWH als K\u00f6nig gefeiert wird. Hier gibt es in der Tat Ankl\u00e4nge an die antike Kosmologie und Weltanschauung. Im Baal-Zyklus und in Enuma Elisch errichtet der jeweilige Gott seine Herrschaft, nachdem er seine Gegner besiegt hat, und garantiert so Ordnung und Stabilit\u00e4t. Nach Psalm 93 ist es die Herrschaft <em>JHWHs<\/em>, nicht die von Baal oder Marduk, die die Erde sicher und stabil macht:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">HERR, die Wasserstr\u00f6me erheben sich,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die Wasserstr\u00f6me erheben ihr Brausen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die Wasserstr\u00f6me heben empor die Wellen;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die Wasserwogen im Meer sind gro\u00df und brausen m\u00e4chtig;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">der HERR aber ist noch gr\u00f6\u00dfer in der H\u00f6he. (Ps. 93,3f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Wasser zeigt seine Kraft. Es gibt aber keine Schlacht und keinen Hinweis auf die Sch\u00f6pfung. Wir k\u00f6nnten nur zu dem Schluss kommen, dass die Wasserstr\u00f6me lebendige und aggressive Gegner bei der Sch\u00f6pfung (oder sp\u00e4ter) waren, indem wir einen antiken Mythos zum Schl\u00fcssel f\u00fcr die Interpretation machen; der Text selbst stellt sie nicht als Gegner dar. In anderen Inthronisationspsalmen sind Fluss und Meer Teil der Sch\u00f6pfung und werden aufgefordert, in den Chor des Lobes auf den kommenden K\u00f6nig einzustimmen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Das Meer brause und was darinnen ist,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">der Erdkreis und die darauf wohnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Str\u00f6me sollen frohlocken,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und alle Berge seien fr\u00f6hlich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. (Ps. 98,7-9a; vgl. Ps. 96,11)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Es geht in Psalm 93 nicht darum, was in der Vergangenheit geschehen ist. Welche Bedrohung oder Kraft auch immer sich erhebt, die Erde ist sicher, denn Gott ist m\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Eine \u00e4hnliche Erkl\u00e4rung gilt f\u00fcr <strong>Psalm 29<\/strong>. Er stellt JHWH, nicht Baal, als Gott des Donners dar. Besonders Psalm 29,10 erinnert an Psalm 93.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Psalm 104,1-9. <\/strong>Der Kontext ist die Sch\u00f6pfung, beschrieben als der Bau eines Hauses (oder eines Tempels), \u00e4hnlich wie in Enuma Elish. Aber <em>Chaoskampf<\/em>? Am n\u00e4chsten kommen diese Verse:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Mit Fluten decktest du [das Erdreich] wie mit einem Kleide,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und die Wasser standen \u00fcber den Bergen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Aber vor deinem Schelten flohen sie,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">vor deinem Donner fuhren sie dahin. (Ps 104,6f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Es sind aber genau jene Gew\u00e4sser, die Gott selbst gerade geschaffen hat, die er dann auch zur\u00fcckdr\u00e4ngt. Es findet kein Kampf statt. Zurechtweisung und Flucht sind hier wahrscheinlich reine poetische Bilder und Personifikation. Die Fluten sind nicht lebendig. Diese Verse funktionieren eher als eine Verneinung des <em>Chaoskampfes<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Als n\u00e4chste, <strong>Psalm 77 <\/strong>und <strong>Psalm 114<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Die Wasser sahen dich, Gott,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die Wasser sahen dich und \u00e4ngstigten sich,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">ja, die Tiefen tobten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wasser ergossen sich aus dem Gew\u00f6lk,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die Wolken donnerten,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und deine Pfeile fuhren einher. (Ps. 77,16f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Das Meer sah es und floh,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">der Jordan wandte sich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Berge h\u00fcpften wie die L\u00e4mmer,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die H\u00fcgel wie die jungen Schafe. (Ps. 114,3f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Das klingt, als ob Gott gegen das Wasser k\u00e4mpft. Aber wenn man es im Kontext nachschl\u00e4gt, geht es um den Exodus und den Durchzug durch das Schilfmeer und den Jordan. Wenn man bedenkt, was zu dieser Zeit geschah, ist dies eine klare metaphorische Wiederverwendung mythologischer Bilder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich erw\u00e4hne <strong>Habakuk 3 <\/strong>nur am Rande. Es ist ein reiches poetisches Kapitel, das offensichtlich Kampfsprache und den Mythos des Sturmgottes verwendet. Genauso offensichtlich geht es hier um den Gott Israels, nicht Baal oder Hadad, der f\u00fcr sein Volk k\u00e4mpft. Habakuk verwendet eine h\u00f6chst poetische, metaphorische und hyperbolische Sprache (f\u00fcr partielle Parallelen siehe 2. Mo. 15, Ps. 18,7-15 und Nah. 1,3-5), voller Anspielungen auf Mythen und Geschichte. Aber die Schlacht gilt Nationen, Israels Feinden, nicht Drachen oder Meer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich schlie\u00dfe diesen Abschnitt mit mehreren Beispielen, in denen die mythologische Sprache von Tieren und tosenden Meeren ebenfalls verwendet wird, um von Nationen oder Menschen zu sprechen, die sich dem Volk Gottes widersetzen oder es angreifen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Ha, ein Brausen vieler V\u00f6lker, wie das Meer brausen sie, und ein Get\u00fcmmel m\u00e4chtiger Nationen, wie gro\u00dfe Wasser tosen sie! Ja, wie gro\u00dfe Wasser werden die Nationen tosen. Aber er wird sie schelten, da werden sie in die Ferne fliehen und werden gejagt wie Spreu auf den Bergen vom Winde und wie wirbelnde Bl\u00e4tter vom Ungewitter. (Jes. 17,12f; vgl. Ps. 46,2-6)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Bedrohe das Tier im Schilf,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">die Rotte der M\u00e4chtigen, die Gebieter der V\u00f6lker;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">tritt nieder, die das Silber lieb haben,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">zerstreue die V\u00f6lker, die gerne Krieg f\u00fchren. (Ps. 68,31)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2026der du die Berge festsetzest in deiner Kraft<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und ger\u00fcstet bist mit Macht;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">der du stillst das Brausen des Meeres,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">das Brausen seiner Wellen und das Toben der V\u00f6lker,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. (Ps. 65,7-9a; da sich Vers 7 vermutlich auf die Sch\u00f6pfung bezieht, gibt es hier einen doppelten Bezug, sowohl auf die Beruhigung des chaotischen Meeres \u2013 entmythologisiert und entpersonalisiert \u2013 als auch auf die Nationen)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Er streckte seine Hand aus von der H\u00f6he und fasste mich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und zog mich aus gro\u00dfen Wassern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Er errettete mich von meinen starken Feinden,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">von meinen Hassern, die mir zu m\u00e4chtig waren (Ps. 18,16f, nach einer poetischen Beschreibung von JHWH, der zum Kampf auszieht; David wurde nie tats\u00e4chlich aus Wasser gerettet; er selbst interpretiert das Bild f\u00fcr uns)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"678\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/cals-88-dragon-732-2.jpg?resize=1024%2C678&#038;ssl=1\" alt=\"https:\/\/www.worldhistory.org\/image\/732\/dragon-of-the-ishtar-gate\/\" class=\"wp-image-2229\" style=\"width:512px;height:339px\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/cals-88-dragon-732-2-scaled.jpg?resize=1024%2C678&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/cals-88-dragon-732-2-scaled.jpg?resize=300%2C199&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/cals-88-dragon-732-2-scaled.jpg?resize=768%2C508&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/cals-88-dragon-732-2-scaled.jpg?resize=1536%2C1017&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/cals-88-dragon-732-2-scaled.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine der Drachen, die das Ischtar-Tor in Babylon schm\u00fccken (<a href=\"https:\/\/www.worldhistory.org\/image\/732\/dragon-of-the-ishtar-gate\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Van der Crabben 2012<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Poetische Verwendung: Das B\u00f6se neu verk\u00f6rpert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Elemente der alten Kampfmythen werden in der hebr\u00e4ischen Bibel auf ganz unterschiedliche Weise verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn es um die Sch\u00f6pfung geht, ist die allgemeine Richtung Entmythologisierung und Entpersonifizierung, auch wenn sie gelegentlich die Sprache der Mythologie verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn es um das Chaos und das B\u00f6se und den Sieg Gottes geht, sei es in der Vergangenheit oder in der Zukunft, dann wird in der Schrift h\u00e4ufiger in mythischen Begriffen geredet und personifiziert. Oft ist das B\u00f6se menschlich. Ein Beispiel ist der fr\u00fchere Sieg Gottes \u00fcber \u00c4gypten und den Pharao im Exodus (wie in Jes. 51,9). Damit wird nicht die w\u00f6rtliche oder historische Wahrheit des Mythos bekr\u00e4ftigt. Es ist nicht anders als bei William Shakespeare, der in seinen St\u00fccken viel griechische Mythologie verwendete, wohl ohne sie f\u00fcr historisch wahr zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Bibel tut dies, ohne zu <em>re<\/em>-mythologisieren. Der Fehler von Greg Boyd und anderen ist, aus der Verwendung von Teilen eines Mythos zu schlie\u00dfen, dass deshalb der Mythos im Gro\u00dfen und Ganzen wahr ist. Es gibt keine R\u00fcckkehr zu einem mythologischen Weltbild mit einem <em>Chaoskampf <\/em>bei der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn die Bibel das Motiv des <em>Chaoskampfes <\/em>und des Kampfmythos verwendet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>1. Wird ein mythologisches Fragment wiederverwendet, um etwas zu verdeutlichen <\/strong>(nicht um die mythologische Weltanschauung zu lehren oder zu best\u00e4tigen, aus der es entnommen ist). Dies geschieht fast immer in hochpoetischen Texten. Die jeweilige Naturgewalt wird oft entpersonifiziert und als Bild verwendet. Das Meer selbst ist nie ein wirklicher Gegner, sondern steht im Dienste Gottes (vgl. Jona 1!).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>2. Wird seine Bedeutung \u00fcblicherweise ver\u00e4ndert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">in etwas <strong>Historisches <\/strong>(\u00c4gypten)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">in etwas <strong>Politisches <\/strong>(K\u00f6nigreiche und Weltreiche; vgl. die K\u00f6nigreiche in Dan. 7)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">in etwas <strong>Eschatologisches <\/strong>(M\u00e4chte des B\u00f6sen, ob menschlich oder anders)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"\">Im Buch Offenbarung finden wir die umfangreichste Verwendung sowohl des Motivs eines mythologischen Wesens als auch des kosmischen Kampfes (besonders in Offb. 12). Hier ist es nicht Leviatan, sondern Satan selbst, der als siebenk\u00f6pfiger Drache dargestellt wird. Und wir lesen nicht von einem Urkonflikt am Anfang der Zeit, sondern vom endg\u00fcltigen Untergang des B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Strategie Satans im n\u00e4chsten Kapitel ist das Tier, das aus dem Meer aufsteigt (Offb. 13,1). Es ist ebenfalls ein siebenk\u00f6pfiges Ungeheuer und repr\u00e4sentiert in erster Linie das R\u00f6mische Reich. Im Licht der Mythologie und der Bilder, die wir besprochen haben, macht es Sinn, dass es aus dem Meer kommt \u2013 und dass es ein Tier ist! Allerdings ist das Meer an dieser Stelle nicht der Ur-Ozean. In Offenbarung 17,15 wird uns gesagt: \u201eDie Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind V\u00f6lker und Scharen und Nationen und Sprachen.\u201c Die Bedrohung durch das Chaos geht nicht mehr (wenn sie es jemals tat) vom buchst\u00e4blichen oder physischen Meer aus, sondern von der V\u00f6lkerwelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Idee findet sich bereits in Daniel 7 (und in mehreren der Psalmen, die wir betrachtet haben): \u201eDie vier Winde unter dem Himmel w\u00fchlten das gro\u00dfe Meer auf. Aus diesem steigen vier Tiere herauf, die vier aufeinanderfolgende K\u00f6nigreiche repr\u00e4sentieren (Dan. 7,2f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Jetzt wird auch verst\u00e4ndlich, warum es in der neuen Sch\u00f6pfung kein Meer mehr geben wird (Offb. 21,1). Damit ist nicht das Fehlen gro\u00dfer Gew\u00e4sser gemeint, sondern das symbolische Meer als Ort der Gefahren und Bedrohungen. Diese wird es nicht mehr geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Damit setzt die Offenbarung der Entmythologisierung der Sch\u00f6pfung und der Wiederverwendung des Kampfmythos durch die Schrift die Krone auf. Es geht nicht darum, zu erkl\u00e4ren, was am Anfang geschah (es fand kein Kampf statt, als Gott die Welt erschuf). Es geht darum, die Kr\u00e4fte zu identifizieren, die sich Gott und der Menschheit im Laufe der Heilsgeschichte entgegenstellen, und von ihrem endg\u00fcltigen Untergang zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anhang: Einschl\u00e4gige Zitate<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Im Folgenden einige Zitate, die unser Thema ber\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Wie bei Gottes Kampf mit den mythologischen Wassern sind die meisten Verweise auf Gottes Sieg \u00fcber diese verschiedenen Ungeheuer nicht mit der Sch\u00f6pfung verbunden, sondern beschreiben Gottes historisches Gericht \u00fcber fremde milit\u00e4rische oder politische M\u00e4chte. Zu den deutlichsten solchen Verweisen geh\u00f6ren die Orakel gegen die Nationen in Hesekiel und Jeremia. Sowohl Hesekiel 29,2-7 als auch 32,2-4 stellen den \u00e4gyptischen Pharao als ein gro\u00dfes Wassermonster (<em>Tannin) <\/em>dar, das Gott mit Haken aus dem Nil ziehen oder in einem Netz einholen wird. (Middleton 2005: 239)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">W\u00e4hrend ich nicht leugnen m\u00f6chte, dass die Sch\u00f6pfung durch Kampf im Alten Testament vorkommt, ist es wichtig zu bemerken, dass dieses Motiv nicht ann\u00e4hernd so h\u00e4ufig ist, wie viele Bibelwissenschaftler behaupten. Es ist sicherlich nicht so h\u00e4ufig, wie John Day oder Jon Levenson in ihren wichtigen Studien \u00fcber den Kampfmythos zu denken scheinen. (Ebd.: 240)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zweifellos wird es immer mehrdeutige Texte geben, \u00fcber die sich die Bibelwissenschaftler berechtigterweise nicht einig sind. Nichtsdestotrotz entpuppt sich meines Erachtens die Mehrzahl der vermeintlichen Sch\u00f6pfungstexte bei n\u00e4herer Betrachtung <strong>entweder als Hinweis auf einen innergeschichtlichen (oder eschatologischen) Konflikt, der in mythologischer Sprache beschrieben wird, oder als Hinweis auf die konfliktfreie Eind\u00e4mmung des Urwassers bei der Sch\u00f6pfung<\/strong>. (Ebd.: 241; Betonung hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Was bleibt, sind nach Middletons Ansicht drei \u201eSch\u00f6pfung-durch-Kampf-Texte\u201c: Hiob 26,7-14, Psalm 74,12-17 und Psalm 89,5-14. Er gibt zu, dass der erste den Kampf, den er beschreibt, nicht explizit mit der Sch\u00f6pfung verbindet (ebd.: 245). Oben habe ich ebenso f\u00fcr Psalm 74 argumentiert, so dass vielleicht nur ein einziges klares, aber kurzes Beispiel in Psalm 89 bleibt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Schlie\u00dflich ist es n\u00f6tig, sich mit der Frage zu befassen, wie lebendig die mythologische Bildsprache des g\u00f6ttlichen Konflikts mit dem Drachen und dem Meer im alten Israel und im Alten Testament war. Wurde sie w\u00f6rtlich genommen oder hatte sie einfach den Charakter einer poetischen Symbolik, wie oft behauptet wird, vergleichbar mit den Zitaten aus der klassischen Mythologie im Werk Miltons? Dies ist eine Frage, auf die es schwierig ist, eine einheitliche und kategorische Antwort zu geben. Ein Argument, das daf\u00fcrsprechen k\u00f6nnte, dass es sich um poetische Symbolik handelt, ist die vielf\u00e4ltige Verwendung der Bilder, die Tatsache, dass die Bilder des Drachens und des Meeres nicht nur im Zusammenhang mit der Erschaffung der Welt verwendet werden, sondern auch historisiert, d.h. zur Symbolisierung verschiedener feindlicher V\u00f6lker eingesetzt werden. In jedem Fall hat es, wenn es zur Bezeichnung fremder Nationen verwendet wird, eindeutig den Status einer poetischen Metapher erhalten. Es ist auch klar, dass f\u00fcr diejenigen, die das entmythologisierte Bild von 1. Mo. 1 akzeptierten, in dem die g\u00f6ttliche Kontrolle \u00fcber die Wasser der Sch\u00f6pfung einfach eine Arbeitsaufgabe war, die Vorstellung eines urspr\u00fcnglichen Kampfes mit einem Drachen und dem Meer ebenfalls poetisch war. Es kann jedoch nicht bezweifelt werden, dass es im alten Israel Menschen gab, die eine synkretistische Form des Jahwismus praktizierten, die z.B. Jahwe mit Baal gleichsetzten (vgl. Hos 2,18, ET 16) und alle Heerscharen des Himmels anbeteten (vgl. Zeph 1,5), und f\u00fcr sie w\u00e4re die Mythologie des g\u00f6ttlichen Konflikts mit dem Drachen und dem Meer sicherlich lebendig gewesen. Das Alte Testament selbst duldet nat\u00fcrlich keinen Synkretismus, und sein Monotheismus, zun\u00e4chst implizit, sp\u00e4ter explizit, muss einen transformierenden Einfluss auf den Mythos ausge\u00fcbt haben, der seinen polytheistischen Kontext ersch\u00fctterte. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass der Monotheismus an sich nicht bedeutet, dass der Mythos nicht w\u00f6rtlich genommen werden konnte, da er zwar mit dem Glauben, dass der Drache und das Meer G\u00f6tter waren, unvereinbar ist, aber mit der Ansicht, dass es sich um d\u00e4monische Kr\u00e4fte handelte, die in der antiken Welt oft in Tierform dargestellt werden, vereinbar ist &#8230; Zusammenfassend scheint es also, dass f\u00fcr einige im alten Israel die Mythologie lebendig war und f\u00fcr andere nicht, und selbst f\u00fcr diejenigen, f\u00fcr die sie lebendig war, hatte der israelitische Monotheismus sie bis zur Unkenntlichkeit ver\u00e4ndert. (Day 1985: 189)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bildnachweis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">dimitrisvetsikas1969. 2018 &lt;<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/welle-wasser-surfen-ozean-meer-3445011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/welle-wasser-surfen-ozean-meer-3445011\/<\/a>&gt; [accessed 15 April 2021] CC0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturangaben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Bibelzitate: <em>Die Bibel nach der \u00dcbersetzung Martin Luthers<\/em>. 1999. Revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Bauks, Michaela. 2006. \u201cChaos \/ Chaoskampf (AT)\u201d &lt;<a href=\"https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/15897\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bibelwissenschaft.de\/stichwort\/15897\/<\/a>&gt; [accessed 27 April 2021]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Boyd, Gregory A. 1997. <em>God at War: The Bible &amp; Spiritual Conflict (<\/em>Downers Grove, IL: InterVarsity Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Day, John. 1985. <em>God&#8217;s Conflict with the Dragon and the Sea: Echoes of a Canaanite Myth in the Old Testament<\/em>, University of Cambridge Oriental Publications, no. 35 (Cambridge; New York: Cambridge University Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Middleton, J. Richard. 2005. <em>The Liberating Image: The Imago Dei in Genesis 1 <\/em>(Grand Rapids, MI: Brazos Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Tsumura, David Toshio. 2005. <em>Creation and Destruction: A Reappraisal of the Chaoskampf Theory in the Old Testament <\/em>(Winona Lake, IN: Eisenbrauns).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Van der Crabben, Jan. 2012. \u2018Dragon of the Ishtar Gate\u2019, World History Encyclopedia &lt;<a href=\"https:\/\/www.worldhistory.org\/image\/732\/dragon-of-the-ishtar-gate\/\">https:\/\/www.worldhistory.org\/image\/732\/dragon-of-the-ishtar-gate\/<\/a>&gt; [accessed 8 June 2021] <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/4.0\/deed?en\">CC BY-NC-SA 4.0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine Zoologie der anderen Art, die sich mit einer Fauna besch\u00e4ftigt, die von Biologen nicht studiert wird: Leviatan, Rahab und Behemoth, alles Transliterationen von hebr\u00e4ischen W\u00f6rtern, die im Deutschen verwendet werden, sowie der weniger pr\u00e4zise Begriff Tannin, der verschiedentlich als Seeschlange, gro\u00dfer Fisch, Wal, Krokodil oder Drache \u00fcbersetzt wird. 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