{"id":2200,"date":"2021-06-03T08:15:00","date_gmt":"2021-06-03T06:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/?p=2200"},"modified":"2024-08-15T11:48:16","modified_gmt":"2024-08-15T09:48:16","slug":"cals86","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/2021\/06\/cals86\/","title":{"rendered":"Kanaanitische Mythologie in der Bibel?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"\">Das AT lehnt die kanaanitische Religion konsequent ab. Der Baalsdienst, ein Dauerproblem im vorexilischen Israel, wird nachdr\u00fccklich verurteilt. Obwohl die kanaanitische Mythologie nicht direkt angesprochen wird, k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass sie den Jahweh-treuen Israeliten ebenso ein Dorn im Auge war. Die Mythologie legt die Grundlage daf\u00fcr, Baal und andere G\u00f6tter als Herrscher \u00fcber Himmel und Erde zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Diesen Brief gibt es in Englisch auch als<\/em> <a href=\"https:\/\/youtu.be\/FC0D1gM5tfs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">VIDEO PODCAST<\/a> <em>und als<\/em> <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/cals-86-divine-council\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AUDIO PODCAST<\/a>. <em>Den deutschen Text gibt es als Dowload in<\/em> <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/CALS-86-handout-ratsversammlung-els.docx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">WORD<\/a> <em>und<\/em> <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/CALS-86-handout-ratsversammlung-els.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PDF<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Umso \u00fcberraschender ist das Vorhandensein von Elementen oder Fragmenten in der hebr\u00e4ischen Bibel, die eindeutig die kanaanitische Mythologie widerspiegeln. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir nicht sicher sein, dass sie tats\u00e4chlich von den Kanaanitern \u00fcbernommen wurden, aber die \u00c4hnlichkeit legt dies nahe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In dieser Ausgabe bespreche ich drei solcher Elemente: den Wolkenfahrer, den Berg Zaphon im hohen Norden sowie die Idee einer g\u00f6ttlichen Ratsversammlung. In einer sp\u00e4teren Ausgabe werde ich mich mit Drachen und anderen Ungeheuern und dem sogenannten Chaoskampf-Motiv besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wolkenfahrer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Von Baal wird in kanaanitischen Texten oft als Wolkenfahrer gesprochen. Als der Sturmgott erscheint er in Gewitter, Sturm und Regen. Die Wolken k\u00f6nnen somit als sein Streitwagen aufgefasst werden. Baal reitet aus, um Regen zu bringen. Oder er f\u00e4hrt als Krieger auf seinem Wolkenwagen in die Schlacht. Einige Beschreibung von JHWH (der hebr\u00e4ische Name des Gottes Israels wird ohne Vokale geschrieben) verwenden eine \u00e4hnliche Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist bemerkenswert, dass dieses Element nur in poetischen Texten vorkommt. Es soll wahrscheinlich darauf hinweisen, dass JHWH, nicht Baal, der wahre Wolkenfahrer und damit der wahre Spender von Regen und Fruchtbarkeit ist. Dennoch ist es bemerkenswert, dass solch eine Baal-\u00e4hnliche Symbolik verwendet werden kann, um Israels Gott zu beschreiben:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Siehe, der HERR wird auf einer schnellen Wolke fahren und \u00fcber \u00c4gypten kommen. (Jes. 19,1)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Du f\u00e4hrst auf den Wolken wie auf einem Wagen und kommst daher auf den Fittichen des Windes. (Ps. 104,3; vgl. Ps 18,10f)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Er f\u00e4hrt einher durch die Himmel, die von Anbeginn sind. (Ps. 68,34; vgl. Ps. 68,5)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist kein Gott wie der Gott Jeschuruns, der am Himmel daherf\u00e4hrt dir zur Hilfe und in seiner Hoheit auf den Wolken. (5. Mo. 33,26)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Kurz gesagt, eine Eigenschaft Baals wird JHWH zugeschrieben und dr\u00fcckt aus, dass Macht und Vorherrschaft allein JHWH geh\u00f6ren. Er ist die wahre Version, wovon Baal nur eine falsche und schwache Nachahmung ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"639\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/cals-86-Jebel_Aqra_Kel_Da%C4%9F%C4%B1_Mount_Casius_2008.jpg?resize=1024%2C639&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-2202\" style=\"width:512px;height:320px\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/cals-86-Jebel_Aqra_Kel_Da%C4%9F%C4%B1_Mount_Casius_2008.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/cals-86-Jebel_Aqra_Kel_Da%C4%9F%C4%B1_Mount_Casius_2008.jpg?resize=300%2C187&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/cals-86-Jebel_Aqra_Kel_Da%C4%9F%C4%B1_Mount_Casius_2008.jpg?resize=768%2C479&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jebel Aqra, <em>alias <\/em>der Berg Zaphon (Anthiok 2008)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Berg Zaphon (der hohe Norden)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Psalm 48 beschreibt den heiligen Berg und Jerusalem als Stadt Gottes mit \u00fcberraschenden Worten: \u201eSch\u00f6n ragt empor der Berg Zion, daran sich freut die ganze Welt, der Gottesberg fern im Norden, die Stadt des gro\u00dfen K\u00f6nigs\u201c (Ps 48,3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Fern im Norden? Jerusalem liegt ungef\u00e4hr in der Mitte des Landes Israel, nicht irgendwo im Norden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese merkw\u00fcrdige Ortsangabe finden wir in der kanaanitischen Mythologie. Baal, so glaubte man, hatte seinen Palast auf dem Berg Zaphon (hebr. <em>zaphon<\/em> = Norden) gebaut. Dieser Berg, heute bekannt als Jebel Aqra, liegt 30 Kilometer n\u00f6rdlich von Ugarit, an der Grenze zwischen der T\u00fcrkei und Syrien. Er ist 1717 m \u00fc. M. Durch seine Lage nahe am Meer ist er von weitem sichtbar. Der Berg ist bekannt f\u00fcr die Gewitter an seinen H\u00e4ngen. Deshalb glaubte man, dass Baal dort lebte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Der Berg Zaphon erscheint auch in den Worten, die Jesaja dem K\u00f6nig von Babylon in den Mund legt: \u201eIch will in den Himmel steigen und meinen Thron \u00fcber die Sterne Gottes erh\u00f6hen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden\u201c (Jes. 14,13). Ziel des K\u00f6nigs ist es, sich mit den G\u00f6ttern und ihrer Versammlung zu verbinden. Der Vers spiegelt die gleichen Vorstellungen \u00fcber den Sitz Baals wider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist zu beachten, dass der hebr\u00e4ische Text von Psalm 48, \u201efern im Norden\u201c, keine Pr\u00e4position enth\u00e4lt. Der Berg Zion befindet sich nicht fern <em>im<\/em> Norden; er <em>ist<\/em> der ferne Norden. Anders gesagt: Was vom Berg Zaphon, dem Berg im fernen Norden, behauptet wird (dass Baal dort herrscht), trifft in Wirklichkeit auf JHWH und den Berg Zion zu. Zion ist die wahre Wohnst\u00e4tte des h\u00f6chsten Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Interessanterweise \u00fcbersetzt die Z\u00fcrcher Bibel wortgenau (d.h. ohne \u201ein\u201c): \u201e\u2026 der Berg Zion, \u00e4usserster Norden\u201c; die Hermann Menge Bibel \u00fcbersetzt, erkl\u00e4rend: \u201e\u2026 der Zionsberg, der wahre G\u00f6tterberg\u201c \u2013 denn das ist gemeint: Zion, nicht Zaphon, ist der wahre Gottesberg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich schlie\u00dfe mich deswegen der Schlussfolgerung von David Tsumura an (2015: 15):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Es ist also offensichtlich, dass die kanaanitische Religion auf verschiedene Weise Einfluss auf das religi\u00f6se Leben der Israeliten aus\u00fcbte. Andererseits wurden diese kanaanitischen religi\u00f6sen Praktiken von der prophetischen Religion vollst\u00e4ndig abgelehnt, obwohl die biblischen Autoren manchmal kanaanitische Ausdr\u00fccke und g\u00f6ttliche Namen f\u00fcr metaphorische Zwecke \u00fcbernahmen. Man sollte sorgf\u00e4ltig zwischen literarischen Metaphern und religi\u00f6sem Synkretismus unterscheiden. Diese kanaanitischen Ausdr\u00fccke wurden von den biblischen Autoren entweder metaphorisch oder apologetisch verwendet.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Das allgemeine Prinzip ist: Die kanaanitische Mythologie liefert hilfreiche Hintergrundinformationen zum Verst\u00e4ndnis des AT. Was aber nicht hei\u00dft, dass sie \u00e4hnliche Vorstellungen hat; dieser Punkt ist wichtig f\u00fcr das n\u00e4chste Thema.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die g\u00f6ttliche Ratsversammlung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Konzept einer g\u00f6ttlichen Ratsversammlung oder Zusammenkunft spielt eine wichtige Rolle; die genaue Bedeutung ist kontrovers. Ich werde mich mit der Arbeit von Michael Heiser auseinandersetzen, dessen Buch <em>The Unseen Realm<\/em> (2015b) besonders bekannt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Heiser gelang es, seine Idee einem breiteren Publikum nahezubringen: JHWH, der Gott Israels, regiere die Welt durch einen Rat von <em>elohim<\/em> oder G\u00f6ttern, \u00e4hnlich wie El oder Baal in der kanaanitischen Mythologie. Nach Heisers Ansicht h\u00e4tten sich einige dieser G\u00f6tter gegen Gott aufgelehnt, nachdem Gott sie als Statthalter oder Regenten \u00fcber die Nationen eingesetzt h\u00e4tte. Dabei handle es sich um eine dritte Rebellion im Himmel, nach der des Satans und der in 1. Mose 6. So seien sie G\u00f6tter der Nationen geworden. Obwohl diese G\u00f6tter dem Gott Israels weit unterlegen seien, existieren sie nach Heiser dennoch real.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wie in der vorherigen Ausgabe besprochen, spricht die kanaanitische Mythologie von den 70 S\u00f6hnen Els. Sie alle waren auch G\u00f6tter und geh\u00f6rten dem Rat Els an. Zu ihnen gesellte sich im Rat mindestens eine weitere Gruppe von Himmelswesen: Engel oder Boten, die eine Stufe niedriger standen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Frage stellt sich jetzt: Verf\u00fcgt Gott ebenfalls \u00fcber einen solchen \u201eStaatsrat\u201c?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">G\u00f6tter und Engel auf Hebr\u00e4isch<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Bevor wir uns damit befassen, brauchen wir etwas hebr\u00e4isches Vokabular.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong><em>El<\/em><\/strong> ist nicht nur ein Name, sondern auch ein Wort, das <em>Gott<\/em> bedeutet. Sein Plural ist <em>elim<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong><em>Elohim<\/em><\/strong> ist eine Pluralform, wird aber oft als Singular verwendet und bedeutet <em>Gott<\/em>. Je nach Kontext kann es auch eine Pluralbedeutung haben. In diesen F\u00e4llen ist seine Bedeutung normalerweise <em>G\u00f6tter<\/em>. Sowohl <em>el<\/em> als auch <em>elohim<\/em> k\u00f6nnen sich auf den Gott Israels beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Dann gibt es die <strong><em>bene elohim<\/em><\/strong> oder <strong><em>bene elim<\/em><\/strong>, w\u00f6rtlich die <em>S\u00f6hne Gottes<\/em> oder <em>der G\u00f6tter<\/em>. Zum ersten Mal erscheinen diese G\u00f6tter oder S\u00f6hne Gottes in 1. Mose 6 in einem schockierenden Zusammenhang. Es gibt aber auch gute Gottess\u00f6hne, die JHWH treu blieben. Der Begriff ist selten; wir finden ihn in Psalm 29, 82 und 89, in 5. Mose 32,8 und in Hiob 1 und 2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Eine Frage in der Kontroverse, mit der wir uns befassen werden, ist, ob diese S\u00f6hne Gottes gleichzeitig Engel sind oder ob wir es mit zwei unterschiedlichen Kategorien zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Das hebr\u00e4ische Wort, das mit <em>Engel<\/em> \u00fcbersetzt wird, <strong><em>mal\u2018akh<\/em><\/strong>, bedeutet w\u00f6rtlich <em>Bote<\/em>, \u00e4hnlich wie das griechische Wort <em>angelos<\/em>, von dem sich unser Wort ableitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es werden noch weitere Begriffe verwendet. In Psalm 103,20f werden Engel auch als <strong>Helden<\/strong>, <strong>Diener<\/strong> und <strong>Heerscharen<\/strong> bezeichnet, die bereit sind, Gottes Willen zu gehorchen und seine Befehle auszuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein weiterer Begriff ist <strong>Heilige<\/strong>. Er kann f\u00fcr Himmelwesen verwendet werden (so in Hiob 5,1; 15,15; Ps. 89,6-8; Sach. 14,5; Dan. 4,10, 14, 20; in Dan. 4 werden sie auch <strong>W\u00e4chter<\/strong> genannt). Wer genau sind diese Heiligen: Gottess\u00f6hne, Engel oder beides? Psalm 89,6-8 spricht von \u201eder Versammlung der Heiligen\u201c und scheint die S\u00f6hne <em>elims<\/em> (die \u201eHimmlischen\u201c in der Lutherbibel) einzuschlie\u00dfen. Wenn Engel und Gottess\u00f6hne zu unterscheiden sind, ist es unklar, ob die Bezeichnung <em>Heilige<\/em> auch Engel einschlie\u00dfen kann, als \u00fcbergeordneter Begriff, oder sich nur auf Gottess\u00f6hne bezieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Aber vielleicht (obwohl Heiser es anders sieht) sind alle diese Begriffe in etwa synonym oder \u00fcberschneiden sich zumindest. Der Begriff <strong><em>Heerscharen des Himmels<\/em><\/strong> scheint auf jeden Fall weit und umfassend zu sein. Der allgemeine Bezug auf Gott als HERR der Heerscharen legt dies nahe. In <em>The Message<\/em> \u00fcbersetzt Eugene Peterson (2005) treffend: <em>Gott der Engelheere<\/em> (was \u00fcbrigens darauf hindeutet, dass Engel mehr tun, als nur Botschaften zu \u00fcberbringen). Mehr dazu in Anhang 2.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberbleibsel und literarisches Motiv oder wesentliche Glaubens\u00fcberzeugung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Die entscheidende Frage ist: Haben wir es mit Relikten zu tun, \u00dcberbleibsel kanaanitischer Glaubensvorstellungen, die auf verschiedene Weise f\u00fcr literarische und rhetorische Zwecke verwendet werden, \u00e4hnlich wie Wolkenfahrer und Berg Zaphon? Oder handelt es sich um ein wesentliches Element der israelitischen Theologie und Weltanschauung (und ist es deshalb vielleicht auch f\u00fcr uns essenziell)?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Michael Heiser vertritt die zweite M\u00f6glichkeit. Er spricht sogar von der \u201eg\u00f6ttlichen Ratsversammlung als Weltanschauung der Bibel\u201c (<a href=\"https:\/\/youtu.be\/povh5cYfCvs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2015a<\/a>) und von einer \u201eRatsversammlung der G\u00f6tter\u201c (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2008<\/a>: 2). Er definiert diese Versammlung wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Ein von hebr\u00e4ischen Bibelforschern verwendeter Begriff f\u00fcr die himmlische Heerschar, die Versammlung der g\u00f6ttlichen [!] Wesen, die unter Jahwe, dem Gott Israels, die Angelegenheiten des Kosmos verwalten. Alle antiken Mittelmeerkulturen hatten eine Vorstellung von einer g\u00f6ttlichen Ratsversammlung, auch Israel. Allerdings war der g\u00f6ttliche Rat der israelitischen Religion atypisch. (Heiser 2016)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Was geh\u00f6rt also zu dieser Weltanschauung? In Heisers eigener Darstellung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Die israelitische Religion kannte eine Versammlung himmlischer Heerscharen unter der Autorit\u00e4t Jahwes. Diese Versammlung hat eine sehr enge Verwandtschaft [!] mit den Pantheons des alten Orients, insbesondere mit dem Pantheon der kanaanitischen Religion. (<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Psa82inJohn10%20RegSBL2011.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2011<\/a>: 2; eine k\u00fchne Behauptung, wenn man bedenkt, dass sich aus dem AT nichts wie ein Pantheon, eine \u00dcbersicht \u00fcber die G\u00f6tter einer bestimmten Religion, konstruieren l\u00e4sst \u2013 wie viele Mitglieder des vermeintlichen Rates kennen wir namentlich?)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Das AT weist einen Rat mit drei Ebenen auf &#8230; In der israelitischen Religion war Jahwe, auf der obersten Stufe, die h\u00f6chste Autorit\u00e4t \u00fcber den g\u00f6ttlichen Rat, der eine zweite Stufe von geringeren <em>Elohim<\/em> (\u201eG\u00f6ttern\u201c) umfasste, die auch \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c oder \u201eS\u00f6hne des H\u00f6chsten\u201c genannt wurden. Die dritte Ebene bestand aus den <em>mal\u2018akhim<\/em> (\u201eEngeln\u201c). (<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/OTGodheadLanguage.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2012b<\/a>; vgl. <a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/279\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2001<\/a>: 67)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt solide Belege [!] in der hebr\u00e4ischen Bibel f\u00fcr einen Rat mit drei Ebenen. (Heiser 2016; eine weitere k\u00fchne Behauptung, angesichts des Mangels an Beweisen; siehe Anhang 2.)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein weiteres Element in Heisers Sicht ist die Rolle der Ratsmitglieder bei der Herrschaft \u00fcber die V\u00f6lker. Heiser st\u00fctzt sich dabei auf seine Interpretation von 5. Mose 32,8, wo es hei\u00dft, dass Gott \u201edie Grenzen der V\u00f6lker nach der Zahl der S\u00f6hne [Gottes]\u201c festlegte. Manche \u00dcbersetzungen, darunter die Lutherbibel, enthalten hier \u201edie S\u00f6hne Israels\u201c, aber wahrscheinlich ist \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c die richtige und urspr\u00fcngliche Lesart (siehe Anhang 3). Nach Heisers Verst\u00e4ndnis geschah dies unmittelbar nach dem Turmbau zu Babel (1. Mo. 11,8). Zu diesem Zeitpunkt habe Gott die V\u00f6lker den S\u00f6hnen Gottes zugeteilt. Gott habe somit nicht den V\u00f6lkern ihren Erbteil gegeben, sondern habe die Nationen als Erbteil vergeben. Sp\u00e4ter h\u00e4tten manche dieser S\u00f6hne Gottes rebelliert und seien von Gott zur Rechenschaft gezogen worden, wie in Psalm 82 festgehalten. In Heisers eigenen Worten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Die Folgen des Zwischenfalls von Babel zeigen, dass Jahwe erwartete, dass die Ratsmitglieder ihre eigene freie Entscheidungsf\u00e4higkeit nutzen w\u00fcrden. In 5. Mose 4,19-20 und 32,8-9 teilte Jahwe die V\u00f6lker auf und wies sie geringeren G\u00f6ttern zu [eine weitere k\u00fchne Behauptung, wie in Anhang 3 sichtbar wird] &#8230; Jahwe delegierte Autorit\u00e4t \u2013 Er verwarf die Nationen als sein eigenes Volk und nahm Israel als seinen Anteil. Obwohl Jahwe letztlich souver\u00e4n ist, regiert er die anderen V\u00f6lker nicht direkt. Er \u00fcberl\u00e4sst das den Untergebenen, die nach seinem Willen regieren sollen. Wenn sie das nicht tun, werden sie verurteilt. Das ist genau der Punkt von Psalm 82, wo Jahwe die G\u00f6tter seines Rates richtet, die f\u00fcr die korrupte Herrschaft \u00fcber die V\u00f6lker der Erde verantwortlich sind. (Heiser 2016)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Schlie\u00dflich wurden die \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c, denen die V\u00f6lker nach dem Turmbau zu Babel zugewiesen wurden, an irgendeinem Punkt in der Ausf\u00fchrung ihrer Aufgabe verdorben. In Psalm 82 geht es um ihr Gericht. Diese territorialen M\u00e4chte sind die Grundlage f\u00fcr die \u00fcbernat\u00fcrlichen \u201eF\u00fcrsten\u201c, die in Daniel 10 mit den V\u00f6lkern in Verbindung gebracht werden, sowie f\u00fcr die \u201eF\u00fcrstent\u00fcmer\u201c, \u201eHerrscher\u201c, \u201eM\u00e4chtigen\u201c, \u201eThrone\u201c und \u201eGewalten\u201c, von denen Paulus an verschiedenen Stellen schreibt (z. B. Eph. 6,11-12). Alle diese Begriffe sprechen von geographischer Herrschaft und sind daher geeignet, die Situation zu beschreiben, die in der biblischen Geschichte nach Babel entstanden ist. (Heiser 2018: Kindle Loc. 1782-6)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Nach Heisers Verst\u00e4ndnis ist in 5. Mose 32,8 und Psalm 82 viel los. Das erkl\u00e4rt die au\u00dferordentliche Bedeutung dieser Bibelstellen f\u00fcr Heisers Rekonstruktion (wie sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten zeigt, z. B. <a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/279\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2001<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Elohim%20of%20Ps82%20Gods%20or%20Men%20ETS2010.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2010<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Psa82inJohn10%20RegSBL2011.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2011<\/a>). Leider sind diese Bibelstellen nicht so klar, wie f\u00fcr Heisers Thesen notwendig w\u00e4re; beide sind offen f\u00fcr recht unterschiedliche Interpretationen, wie wir sehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Da diese Ausgabe lang ist, werde ich 5. Mose 32,8 in einem Anhang (Anhang 3) besprechen. Die Frage des Polytheismus (Anhang 1) und der Engel und Gottess\u00f6hne (zwei Klassen? Anhang 2) wird ebenfalls Gegenstand eines Anhangs sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Ratsversammlung im Alten Testament<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Mit diesem Vokabular und der entscheidenden Frage (\u00dcberbleibsel oder wesentliches Element?) gekl\u00e4rt, wenden wir uns nun den biblischen Belegen zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Noch eine Bemerkung nebenbei: Die Idee einer Versammlung wird \u2013 mit Abstand \u2013 am h\u00e4ufigsten erw\u00e4hnt, wenn von der Gemeinde oder Versammlung Israels die Rede ist. Der Versammlung von Gottes Volk auf der Erde wird in der Bibel weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt als ihrem himmlischen Gegenst\u00fcck. Die Tabelle zeigt eine Z\u00e4hlung von drei wichtigen Substantiven. Nur sechsmal werden sie verwendet, um von einer himmlischen Versammlung zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Hebr\u00e4isch<\/strong><\/td><td><strong>Die Vorkommen<\/strong><\/td><td><strong>Davon im Himmel<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><em>Sod<\/em><\/td><td>21<\/td><td>4<\/td><\/tr><tr><td><em>Edah<\/em><\/td><td>149<\/td><td>1<\/td><\/tr><tr><td><em>Qahal<\/em><\/td><td>123<\/td><td>1<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"\">Nat\u00fcrlich kann von einer himmlischen Versammlung auch gesprochen werden, ohne dass eines dieser drei Substantive vorhanden ist, aber dennoch ist das Verh\u00e4ltnis auff\u00e4llig. Es deutet darauf hin, dass die Bibel nicht so viel \u00fcber eine himmlische Ratsversammlung zu sagen hat, wie wir vielleicht m\u00f6chten. Der Schwerpunkt der Bibel liegt auf der Gemeinde Gottes auf Erde. Interessanterweise lesen wir in der hebr\u00e4ischen Bibel nie von den 70 S\u00f6hnen Gottes, aber wir lesen von 70 Mitgliedern von Jakobs Haushalt, die nach \u00c4gypten zogen (1. Mo. 46:27). Ihre Nachkommen bekommen viel Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Dennoch existiert auch die himmlische Ratsversammlung; Gott ist im Himmel nicht allein. Eine riesige Schar ist bei ihm. Aber wer? Was sind das f\u00fcr Wesen und was tun sie?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hiob<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Beginnen wir mit dem Buch Hiob. In Hiob 1,6ff kamen \u201edie Gottess\u00f6hne [<em>bene elohim<\/em>]\u201c und traten vor den HERRN. Unter ihnen war eine Gestalt, die Satan oder Widersacher genannt wird. Offensichtlich findet eine Art himmlische Versammlung statt, aber wir erfahren so gut wie nichts \u00fcber deren Zweck und Aufbau und noch weniger \u00fcber die S\u00f6hne Gottes. Es werden keine Details genannt. Das Gleiche gilt f\u00fcr Hiob 2,1-6. Die Gottess\u00f6hne werden ein weiteres Mal erw\u00e4hnt, in Hiob 38,7. Sie waren bei der Sch\u00f6pfung anwesend und \u201elobten und jauchzten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt noch einige weitere Hinweise in Hiob, die unser Thema ber\u00fchren (Hiob 4,8; 5,1; 15,8; 15,15), aber ebenfalls ohne irgendwelche Details zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Genesis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Im Sch\u00f6pfungsbericht in 1. Mose 1 finden wir keine Beteiligung eines himmlischen Rates, mit einer m\u00f6glichen Ausnahme in 1. Mose 1,26. Gott ist bei der Sch\u00f6pfung der einzige Handelnde. Der Text ist polemisch; als Antithese zu den Sch\u00f6pfungs- und Gr\u00fcndungsmythen des Alten Orients zeigt er eine starke Tendenz zur Entmythologisierung der Sch\u00f6pfung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">Es gibt keinen Kampf mit einer gegnerischen Kraft oder einem Ungeheuer, das das Chaos oder die Nicht-Ordnung repr\u00e4sentiert.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">Die Tiefe in 1. Mose 1,2 ist einfach formloses, dunkles, leeres Wasser. Anders als in den alten Mythen ist dieses Urmeer weder b\u00f6se noch in irgendeiner Weise lebendig.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">Die Sonne, der Mond und die Sterne sind nur Lichter und Indikatoren der Zeit und keine g\u00f6ttlichen Wesen.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">In 1. Mose 1,21 werden Meeresungeheuer erw\u00e4hnt, in der Lutherbibel ungl\u00fccklich mit \u201eWalfische\u201c \u00fcbersetzt; besser ist \u201egro\u00dfe Seetiere\u201c (so Herman Menge, Z\u00fcrcher Bibel; vgl. die Parallele in Ps. 104,26, wo w\u00f6rtlich vom \u201eLeviathan\u201c die Rede ist). Aber diese Tiere sind keine Bedrohung f\u00fcr Gott; wie in Psalm 104 und Hiob 41 geht es einfach um weitere Gesch\u00f6pfe, die er geschaffen hat.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn es also noch jemanden gibt, wenn in 1. Mose 1 eine g\u00f6ttliche Ratsversammlung anwesend ist, dann versteckt sie sich \u2013 je nach \u00dcbersetzung \u2013 in zwei oder drei kurzen W\u00f6rtern: \u201eLasset <em>uns<\/em> Menschen machen, ein Bild, das <em>uns<\/em> gleich sei\u201c (1. Mo. 1,26; Hervorhebung hinzugef\u00fcgt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die pl\u00f6tzliche Pluralform, nur hier, ist eine \u00dcberraschung. Was bedeutet sie?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Etwas \u00c4hnliches kommt noch dreimal in der Bibel vor. In 1. Mose 3,22 sagt Gott: \u201eSiehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und wei\u00df, was gut und b\u00f6se ist.\u201c In 1. Mose 11,7 sagt er: \u201eWohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren.\u201c Und in Jesaja 6,8: \u201eWen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?\u201c Zumindest in Jesaja 6 wissen wir, dass Gott von zwei oder mehr <em>seraphim<\/em> begleitet wird. Aber in 1. Mose scheint er allein zu sein. Oder doch nicht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist unwahrscheinlich, dass wir es hier mit einem fr\u00fchzeitigen Hinweis auf die Dreifaltigkeit zu tun haben: der eine Gott als Pluralit\u00e4t von Personen, als ob Vater, Sohn und Heiliger Geist hier ein Gespr\u00e4ch miteinander f\u00fchren. <em>Pluralis majestatis<\/em>, das k\u00f6nigliche Wir, ist im Hebr\u00e4ischen unbekannt. Ist dies also ein subtiler Hinweis darauf, dass Gott doch nicht allein war, ein \u00dcberbleibsel der g\u00f6ttlichen Ratsversammlung, die in heidnischen Sch\u00f6pfungsmythen so prominent ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn ja, dann ist es kaum eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die Bedeutung einer solchen Ratsversammlung, und noch weniger f\u00fcr ihre Rolle. Sie ist so gut wie verschwunden und spielt keine aktive Rolle. Abgesehen von den wenigen Pluralpronomen bleibt sie v\u00f6llig unsichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es stellt sich in dem Fall die Frage, ob es Sinn macht, die gesamte G\u00f6tterversammlung herauszuschneiden \u2013 mit Ausnahme dieses einen \u00dcberrestes, eines letzten, unklaren Verweises auf etwas, das im weiteren Kontext des Buches nicht explizit gemacht wird (abgesehen, m\u00f6glicherweise, von 1. Mose 6 \u2013 einer schwierigen Passage).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Vielleicht geht es dem Autor also um etwas anderes. Vielleicht versucht er, eine komplexe und tiefgr\u00fcndige Idee auszudr\u00fccken. Irgendwie ist Gott einer, und doch ist er keine Singularit\u00e4t. Er ist einer, aber er ist gleichzeitig gr\u00f6\u00dfer als die Idee <em>eins<\/em>, er transzendiert diese Idee. Es gab \u2013 noch \u2013 keine bessere M\u00f6glichkeit, dies auszudr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es kann aber auch sein, dass die Pluralpronomen tats\u00e4chlich auf die Anwesenheit von Himmelswesen hinweisen. Hiob 38,7 deutet darauf hin, dass sie zu dieser Zeit existierten und Zeuge dessen waren, was Gott tat. Mehr aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. K\u00f6nige 22<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Jetzt kommen wir zu einer ausf\u00fchrlicheren Beschreibung einer himmlischen Ratsversammlung. Als Teil von Michas Antwort an K\u00f6nig Ahab beschreibt der Prophet eine Vision:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Darum h\u00f6re nun das Wort des HERRN! Ich sah den HERRN sitzen auf seinem Thron und das ganze himmlische Heer neben ihm stehen zu seiner Rechten und Linken. Und der HERR sprach: \u201eWer will Ahab bet\u00f6ren, dass er hinaufzieht und vor Ramot in Gilead f\u00e4llt?\u201c Und einer sagte dies, der andere das. Da trat ein Geist vor und stellte sich vor den HERRN und sprach: \u201eIch will ihn bet\u00f6ren.\u201c Der HERR sprach zu ihm: \u201eWomit?\u201c Er sprach: \u201eIch will ausgehen und will ein L\u00fcgengeist sein im Munde aller seiner Propheten.\u201c Er sprach: \u201eDu sollst ihn bet\u00f6ren und sollst es ausrichten; geh aus und tu das!\u201c Nun siehe, der HERR hat einen L\u00fcgengeist gegeben in den Mund aller deiner Propheten; und der HERR hat Unheil gegen dich geredet. (1. K\u00f6. 22,19-23)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Heiser (2016) nimmt die Geschichte, die als rhetorisches Instrument eingesetzt wird, als eine direkte und faktische Beschreibung des Himmels: Hier wird in der Ratsversammlung Gottes diskutiert und beraten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir haben in der Tat eine klare Parallele zum kanaanitischen Konzept. Es gibt aber ein Problem: Die Erz\u00e4hlung wird in prophetischer Rede verwendet \u2013 um einen Punkt zu machen, nicht um darzulegen, wie der Himmel funktioniert und Entscheidungen trifft. Oder sollen wir wirklich glauben, dass L\u00fcgengeister Mitglieder von Gottes Ratsversammlung sind und er auf sie h\u00f6rt? Micha erz\u00e4hlt eine scharfsinnige und bissige Geschichte, die in mancher Hinsicht einem Gleichnis \u00e4hnlich ist. Wir sollten nicht erwarten, dass sie sachlich und historisch in jeder Hinsicht \u201ewahr\u201c ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Daniel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Buch Daniel enth\u00e4lt mehrere Erscheinungen von himmlischen Wesen, zum Teil unter Verwendung seiner eigenen Terminologie. Es gibt uns sogar zwei Namen: Gabriel und Michael. Die ausf\u00fchrlichste Beschreibung des Himmels finden wir in Kapitel 7.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In Daniel 7,9f wird \u201eeiner, der uralt war\u201c beschrieben in Begriffen, die an den Gott El in der kanaanitischen Mythologie erinnern. Er setzt sich in der Gegenwart einer riesigen himmlischen Schar nieder. Es handelt sich eindeutig um das himmlische Gericht, das tagt. \u201eDas Gericht wurde gehalten\u201c, wird uns gesagt \u2013 aber wer richtet, und wie? Und was ist mit den vielen Millionen von weiteren Anwesenden? Wieder erfahren wir nur wenig \u00fcber die himmlische Schar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Psalm 29,1<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Psalm 29 verwendet eine Sprache, die die alten Israeliten an Baal, den Gott des Donners, erinnert h\u00e4tte. Auch hier geht es darum, zu zeigen, dass JHWH, nicht Baal, stark und m\u00e4chtig ist. Vers 1 ruft die \u201eHimmlischen\u201c, w\u00f6rtlich <em>bene elim<\/em>, S\u00f6hne der G\u00f6tter, auf, Gott zu loben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Da der Psalm mit dem Bekenntnis endet, dass Gott f\u00fcr ewig als K\u00f6nig thront (Ps. 29,10), scheint die Szene im Himmel stattzufinden, wo die S\u00f6hne der <em>elim<\/em> aufgerufen sind, ihn anzubeten. Weitere Einzelheiten gibt der Psalm nicht her.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Psalm 89,6-8<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Psalm 89,6-8 spricht eindeutig von einer himmlischen Versammlung und verwendet zwei der relevanten hebr\u00e4ischen Substantive:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und deine Treue in der Gemeinde [Hebr. <em>qahal<\/em>] der Heiligen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Denn wer in den Wolken k\u00f6nnte dem HERRN gleichen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und dem HERRN gleich sein unter den Himmlischen [Hebr. <em>bene elim<\/em>, S\u00f6hne der G\u00f6tter]?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Gott ist gef\u00fcrchtet in der Versammlung [Hebr. <em>sod<\/em>] der Heiligen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">gro\u00df und furchtbar \u00fcber alle, die um ihn sind. (Ps. 89,6-8)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Es scheint, dass S\u00f6hne der <em>elim<\/em> anwesend sind, aber es ist nicht klar, ob die \u201eHeiligen\u201c auch andere au\u00dfer ihnen einschlie\u00dft oder ob die beiden Ausdr\u00fccke Synonyme sind. Die einzige T\u00e4tigkeit, von der hier die Rede ist, ist wieder einmal der Lobpreis.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Psalm 82<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Schlie\u00dflich kommen wir zu Psalm 82, dem vielleicht wichtigsten Baustein f\u00fcr Heisers These. Er verdient aus dem Grund eine l\u00e4ngere Erl\u00e4uterung. Nach Psalm 82,1 findet eine Versammlung Els (so w\u00f6rtlich: eine <em>edah<\/em> von El) statt; die G\u00f6tter (Hebr. <em>elohim<\/em>) werden gerichtet. Gott wirft ihnen ihre Ungerechtigkeit vor (Ps. 82,2-4) und spricht das Urteil:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Wohl habe ich gesagt: Ihr seid G\u00f6tter [Hebr. <em>elohim<\/em>]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und allzumal S\u00f6hne des H\u00f6chsten;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">aber ihr werdet sterben wie Menschen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und wie ein Tyrann zugrunde gehen. (Ps. 82,6f; streng genommen unterscheiden sich \u201eS\u00f6hne des H\u00f6chsten\u201c und \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c; die Bedeutung ist aber nahezu gleich)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Aussage ist gleich zweifach schockierend. Gibt es andere G\u00f6tter neben JHWH? Und haben die Mitglieder seines Rates sich schuldig gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Genau so sieht es Heiser. Traditionell wird Psalm 82 so verstanden, dass es um die Richter oder eventuell auch Herrscher Israels geht, die als G\u00f6tter bezeichnet werden, weil sie Gott repr\u00e4sentieren. Oder vielleicht geht es um das Volk Israel als Ganzes; schlie\u00dflich nennt 5. Mose 14,1 Israel \u201eKinder [w\u00f6rtlich \u201eS\u00f6hne\u201c] des HERRN, eures Gottes\u201c. In diesem Fall w\u00fcrde die Ratsversammlung auf der Erde stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Heiser lehnt diese Interpretation ab. Er besteht darauf, den Psalm im Licht von Psalm 89,6-8 zu lesen. Er argumentiert, dass die Versammlung im Himmel tagt und folglich die <em>elohim<\/em> nicht Menschen, sondern himmlische Wesen (G\u00f6tter) sind:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Die \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd (elohim) von Jahwes Rat in Psa 82 sind g\u00f6ttliche Wesen, nicht menschliche Herrscher. Dies geht aus der Parallelstelle in Ps 89,5-8 hervor. In Psa 82,6 werden die \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd (elohim) im Plural \u201eS\u00f6hne des H\u00f6chsten\u201c genannt. Diese \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd (elohim) sind nicht menschlich, da Psa 89,7 (Psa 89,6 in der englischen Bibel) ihre Versammlung oder ihren Rat in den Wolken oder Himmeln (\u05d1\u05b7\u05e9\u05b7\u05bc\u05c1\u05d7\u05b7\u05e7, vashshachaq) und nicht auf der Erde lokalisiert. (Heiser 2016)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Heiser verbindet Psalm 82 mit 5. Mose 32,8. Das ist ein gro\u00dfer Schritt. Es gibt wenig oder nichts im Text von Psalm 82, was darauf hindeutet; es gibt keine offensichtliche Beziehung zu 5. Mose 32,8. Heiser kommt auf Grund von 5. Mose 32,8 zu dem Schluss, dass die <em>elohim<\/em> und die S\u00f6hne der <em>elohim<\/em>\/<em>elim<\/em> zu Herrschern oder Statthaltern \u00fcber die Nationen eingesetzt wurden. Als solche waren sie ungehorsam und wurden so zu den G\u00f6ttern dieser Nationen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Enterbung der Nationen und ihre Unterwerfung unter die S\u00f6hne Gottes in Dtn 4,19-20; 32,8.9 stellen einen souver\u00e4nen Akt Jahwes dar, mit dem er die direkte Herrschaft der rebellischen Menschheit zur\u00fcckweist. Dass die S\u00f6hne Gottes in dieses Vakuum einziehen, wird nicht als Anma\u00dfung geschildert. Sie wurden von Jahwe \u00fcber die Nationen gesetzt und dann sp\u00e4ter in Psalm 82 f\u00fcr ihre korrupte Verwaltung gerichtet. (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2008<\/a>: 26)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">So weit Heiser; was folgt, ist meine Kritik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">1. Selbst, wenn Psalm 89,6-8 im Himmel angesiedelt ist, beweist das nicht, dass Psalm 82 das auch ist. Das m\u00fcsste auf Grund von Psalm 82 selbst nachgewiesen werden: Welche Gemeinde JHWHs ist im Blick? Es k\u00f6nnte Israel sein. Oder auch nicht. Aber Psalm 89 gibt dazu keine Auskunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">2. Heiser glaubt, der g\u00f6ttliche Rat sei mit G\u00f6ttern bev\u00f6lkert. In den relevanten ugaritischen Texten scheinen die Begriffe <em>G\u00f6tter<\/em> und <em>G\u00f6tters\u00f6hne<\/em> austauschbar zu sein (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/279\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2001<\/a>: 67), aber im Hebr\u00e4ischen ist dies nicht der Fall. Der hebr\u00e4ische Text ist vorsichtiger. Er vermeidet es, von \u201eG\u00f6ttern\u201c zu reden, wenn es um Gottes Rat geht. Nur in Psalm 82 wird der Ausdruck \u201eS\u00f6hne von &#8230;\u201c zusammen mit dem Wort <em>elohim<\/em> verwendet; nur in Psalm 82 erscheinen <em>elohim<\/em> explizit als Anwesende in Gottes Versammlung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Anders gesagt: Nirgendwo sonst werden die Gottess\u00f6hne als G\u00f6tter bezeichnet. Das ist mit Sicherheit bedeutsam. Es deutet darauf hin, dass die Verfasser mit den Grenzen des ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Vokabulars gerungen haben, so wie wir es auch tun. Dies k\u00f6nnte ihr Versuch sein, zum Ausdruck zu bringen, dass diese Wesen Gott oder G\u00f6ttern nahestehen, aber immer noch eine Stufe niedriger als G\u00f6tter sind. Das Wort <em>elohim<\/em> wird in der Bibel ohne weiteres f\u00fcr G\u00f6tter verwendet, die auf der Erde verehrt werden, aber nicht f\u00fcr Mitglieder der himmlischen Versammlung Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Aus diesem Grund leidet Heisers These, dass die Gottess\u00f6hne selbst G\u00f6tter sind und dass Gottes Ratsversammlung die G\u00f6tter einschlie\u00dft, an einem Mangel an Beweisen, sobald Psalm 82 anders interpretiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">3. Der Psalm ist seltsamer, als Heiser zugibt. Er enth\u00e4lt eine ungew\u00f6hnliche Kombination. Die erw\u00e4hnten Elemente passen nicht zusammen. Das gilt unabh\u00e4ngig davon, ob Psalm 82 von den Richtern Israels, von Israel insgesamt oder von einer Klasse von (halb-)g\u00f6ttlichen himmlischen Wesen spricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zun\u00e4chst k\u00fcndigt der Psalm an: \u201eIhr werdet wie Menschen sterben\u201c (Ps. 82,7). Wie k\u00f6nnen G\u00f6tter sterben? Heiser entgegnet, dass Menschen nicht \u201ewie Menschen\u201c sterben k\u00f6nnen. Das \u00fcberzeugt nicht. Wir k\u00f6nnten umschreiben: wie [andere] Menschen [auch] sollt ihr [ebenso] sterben. Aber G\u00f6tter?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zweitens spricht der Text davon, gerecht zu urteilen und die Schwachen und Bed\u00fcrftigen zu retten (Ps. 82,2-4). Wie tun G\u00f6tter dies? Heiser (<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Elohim%20of%20Ps82%20Gods%20or%20Men%20ETS2010.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2010<\/a>: 14) behauptet: \u201eNirgendwo in Psalm 82 finden wir einen Hinweis auf das mosaische Gesetz, den Sinai, ein j\u00fcdisches Volk oder die kanonische Offenbarung, die den Juden gegeben wurde.\u201c Dies ist eine erstaunliche Behauptung, wenn man bedenkt, dass Gerechtigkeit zu \u00fcben und die Armen und Waisen zu sch\u00fctzen ein zentrales Anliegen des Gesetzes ist; die gesamte Anklageschrift in Psalm 82 st\u00fctzt sich darauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">4. Die Verbindung zu 5. Mose 32,8 (mehr zu diesem Vers in Anhang 3) ist zu spekulativ, dass sie in unserer Interpretation von Psalm 82 Gewicht haben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">5. Es gibt andere M\u00f6glichkeiten, Psalm 82 zu verstehen. Asaph k\u00f6nnte die G\u00f6tter der V\u00f6lker anklagen, indem er die Vorstellung einer aus Kanaan bekannten g\u00f6ttlichen Ratsversammlung nutzt, ohne damit eine informative Aussage \u00fcber Gottes Wirken im Himmel zu beabsichtigen. Es k\u00f6nnte ein literarischer Kunstgriff sein, keine Tatsachenbeschreibung \u2013 ein Stilmittel, das dazu dient, den G\u00f6tzendienst (und seine G\u00f6tter) f\u00fcr seine schlechte Bilanz bei der F\u00f6rderung von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit prophetisch zu tadeln. Es ist schlie\u00dflich ein prophetischer Psalm, also k\u00f6nnen wir erwarten, dass er eher unkonventionell vorgeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Psalm 82 in Johannes 10<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt eine weitere Komplikation bei der Auslegung von Psalm 82: Er wird von Jesus in Johannes 10,34 zitiert. Jesus hat gerade von sich selbst gesagt: \u201eIch und der Vater sind eins\u201c (Joh. 10,30). Daraufhin wollen die Juden ihn steinigen, weil er sich selbst zu Gott gemacht hat. Jesus verteidigt sich so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: \u201eIch habe gesagt: Ihr seid G\u00f6tter\u201c? Wenn er die G\u00f6tter nennt, zu denen das Wort Gottes geschah \u2013 und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden \u2013, wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du l\u00e4sterst Gott \u2013, weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn? (Joh. 10,34-36)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Indem Jesus das Zitat so einleitet, impliziert er wahrscheinlich, dass \u201eihr\u201c in \u201eihr seid G\u00f6tter\u201c die Zuh\u00f6rer einschlie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Heiser (<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Elohim%20of%20Ps82%20Gods%20or%20Men%20ETS2010.pdf\">2010<\/a>: 14) argumentiert, dass dies ein schwaches \u201eIch auch\u201c-Argument ist; Jesus w\u00fcrde lediglich sagen: Wenn das Wort <em>Gott<\/em> auf Israel angewandt werden kann, kann ich es auch f\u00fcr mich verwenden. Das Argument ist aber nicht \u201eich auch\u201c, sondern \u201ewie viel mehr\u201c. Unabh\u00e4ngig davon, ob die urspr\u00fcngliche Aussage sich auf Menschen oder auf himmlische Wesen bezog, funktioniert das Argument: Wenn es f\u00fcr sie gilt (oder galt), wie viel mehr gilt es dann f\u00fcr den, der vom Vater in die Welt gesandt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Rabbiner verstanden Psalm 82 so, dass er von Israel spricht. Das Wort Gottes kam zu ihnen am Berg Sinai:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Der Bezug der Stelle zu Israels Richtern ist ebenfalls unwahrscheinlich; in Johannes 10,35 hei\u00dft es, die Empf\u00e4nger des Spruchs \u201eIch habe gesagt: Ihr seid G\u00f6tter\u201c seien \u201edie, zu denen das Wort Gottes gekommen ist (\u1f10\u03b3\u03ad\u03bd\u03b5\u03c4\u03bf)\u201c; dies ist am besten so zu verstehen, dass es die um den Berg Sinai versammelten St\u00e4mme Israels beschreibt, wie praktisch alle Rabbiner glaubten. In diesem Zusammenhang sollten wir uns an die Bedeutung von 2. Mose 4,21-22 f\u00fcr die Juden erinnern: \u201eIsrael ist mein erstgeborener Sohn&#8230;. Lass meinen Sohn gehen, dass er mir diene.\u201c (Beasley-Murray 1999: 176f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist unwahrscheinlich, dass die Zuh\u00f6rer Jesu dies anders verstanden h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">NT: Gr\u00f6\u00dfere Klarheit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Der Untertitel von <em>The Unseen Realm<\/em> nennt Heisers Ziel: die \u201e\u00fcbernat\u00fcrliche Weltsicht der Bibel\u201c wiederherzustellen. Ein Gro\u00dfteil der westlichen Welt macht sicherlich den Fehler, diese Seite der Realit\u00e4t zu wenig anzuerkennen. Ich stimme mit Heiser \u00fcberein, dass die unsichtbare Welt real und wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wo ich mit Heiser jedoch nicht \u00fcbereinstimme, ist:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">Heisers eindeutige Sprache von <em>G\u00f6ttern<\/em> als Mitglieder des g\u00f6ttlichen Rates (siehe dazu Anhang 1)<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">Die Andeutung einer direkten Entsprechung zwischen G\u00f6ttern, die auf der Erde angebetet werden, und den S\u00f6hnen der G\u00f6tter resp. den G\u00f6ttern im Himmel<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">Die vermeintlich dritte Rebellion, nach der des Satans und der der S\u00f6hne Gottes in 1. Mose 6<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"\">Es kann keine Eins-zu-eins-Entsprechung zwischen den von Menschen verehrten G\u00f6ttern und den S\u00f6hnen Gottes (oder anderen himmlischen Wesen) geben. Die Welt der G\u00f6tter auf Erden ist flexibel und wandelbar; neue G\u00f6tter entstehen, alte werden vergessen. Die Anzahl und Beschaffenheit der Himmelswesen hingegen \u00e4ndern sich nicht. \u00dcbrigens, wenn die G\u00f6tter auf Erden doch <em>elohim<\/em> oder S\u00f6hne Gottes sind, was ist dann mit der Tatsache, dass etwa die H\u00e4lfte dieser Gottheiten weiblich ist? Weibliche Gottess\u00f6hne?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Heisers Argument st\u00fctzt sich stark auf Psalm 82, 5. Mose 32,8 und eine Kette von Interpretationen und Schlussfolgerungen um diese Verse herum. Er baut zu sehr auf zwei notorisch schwierigen und umstrittenen Bibelstellen auf. Wenn irgendein Glied in der Kette rei\u00dft, ist Heisers Konstrukt eines G\u00f6tterrates, durch den Gott die Welt regiert (<a href=\"https:\/\/youtu.be\/povh5cYfCvs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2015a<\/a>), in Schwierigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zudem scheint das NT die Relikte der kanaanitischen Mythologie hinter sich gelassen zu haben. Keine G\u00f6tter und keine Gottess\u00f6hne bev\u00f6lkern den Himmel oder den Thronsaal Gottes. Die einzigen S\u00f6hne Gottes, die es noch gibt, sind Gl\u00e4ubige (Menschen!). Beschreibungen von Gottes himmlischem Thronsaal oder von den himmlischen Heerscharen reden nur von Engeln (plus vier <em>cherubim<\/em> und 24 \u00c4ltesten, falls sie nicht zu den Engeln z\u00e4hlen; Offb. 4). Wenn im Himmel ein Krieg ausbricht, k\u00e4mpfen Michael und seine <em>Engel<\/em> gegen den Drachen und <em>seine<\/em> Engel (Offb. 12,7).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Davon zu sprechen, dass G\u00f6tter die himmlische Welt bewohnen, ist nicht hilfreich und potenziell irref\u00fchrend. Es gibt tats\u00e4chlich \u201eG\u00f6tter\u201c, die auf der Erde verehrt werden. Aber im NT werden diese nicht als wirklich g\u00f6ttlich oder gar real betrachtet. Was wirklich existiert, sind d\u00e4monische M\u00e4chte im Hintergrund:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Was nun das Essen von G\u00f6tzenopferfleisch angeht, so wissen wir, dass es keinen G\u00f6tzen gibt in der Welt und keinen Gott als den einen. Und obwohl es solche gibt, die G\u00f6tter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele G\u00f6tter und viele Herren gibt, so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. (1. Kor. 8,4-6; das Paradox: Es gibt sie, und es gibt sie nicht \u2013 es h\u00e4ngt davon ab, was man meint; die L\u00f6sung: Diese \u201eG\u00f6tter\u201c sind in Wirklichkeit etwas anderes, n\u00e4mlich:)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Was will ich nun damit sagen? Dass das G\u00f6tzenopfer etwas sei? Oder dass der G\u00f6tze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den b\u00f6sen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, dass ihr in der Gemeinschaft der b\u00f6sen Geister seid. (1. Kor. 10,19f; cf. Dt. 32,17)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Viele Israeliten in alttestamentlicher Zeit m\u00f6gen durchaus geglaubt haben, dass die G\u00f6tter ihrer Nachbarn wirklich existierten. Sie hielten auch die Sterne als Heerscharen des Himmels f\u00fcr \u201ebeseelte Wesen\u201c (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2008<\/a>: 24), ein universeller Glaube im Alten Orient. Das hei\u00dft aber nicht, dass wir das auch glauben sollten. Dies war ein Teil ihrer Welt. Es ist kein Teil, den wir \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Ich glaube, dass sowohl Sterne als auch Engel existieren, aber nicht, dass jeder Stern die Darstellung oder Manifestation eines bestimmten Engels ist. Die Sterne sind keine geistigen Wesen. In Gottes Gerichtssaal gibt es keine anderen G\u00f6tter. Denn es gibt keine anderen G\u00f6tter \u2013 nicht wirklich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Selbst im AT kommt diese Wahrheit gelegentlich zum Ausdruck:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">[Schaut,] ob die Heiden ihre G\u00f6tter wechseln, die doch keine G\u00f6tter sind. (Jer. 2,11a)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Denn alle G\u00f6tter der V\u00f6lker sind G\u00f6tzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht. (Ps. 96,5; vgl. 1. Chr. 16,26; 5. Mo. 4,39)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberbleibsel und literarisches Motiv oder wesentliche Glaubens\u00fcberzeugung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich komme zum Ende eines weiteren langen Diskurses (obgleich noch drei Anh\u00e4nge folgen) und kehre zu meiner Frage zur\u00fcck: Ist der g\u00f6ttliche Rat ein weiteres Beispiel f\u00fcr die literarische Verwendung der kanaanitischen Mythologie, \u00e4hnlich wie der Wolkenfahrer und der Berg Zaphon, der ferne Norden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Manchmal ja. Micha macht brillanten Gebrauch vom Konzept des kanaanitischen Rates, als er K\u00f6nig Ahab konfrontiert (1. K\u00f6. 22,19-23).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt jedoch einen bedeutenden Unterschied zu den anderen zwei Elementen. Das Konzept der g\u00f6ttlichen Ratsversammlung ist viel zu fest verwurzelt und wird viel zu ausgiebig verwendet, um ein blo\u00dfes Relikt zu sein, das f\u00fcr literarische Zwecke verwendet wird. Das Konzept wird bewahrt und weiterentwickelt; es wird sogar ins NT \u00fcbertragen. Seine Entwicklung beinhaltet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"\">Die Mitglieder sind keine G\u00f6tter, die dem K\u00f6nig gleich oder fast gleichgestellt sind, sondern Himmelswesen (eben <em>S\u00f6hne Gottes<\/em>, nicht G\u00f6tter).<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">Die Zahl der himmlischen Heerscharen ist riesig; es sind Hunderte von Millionen. Eine Parallele dazu in der kanaanitischen Mythologie ist mir nicht bekannt.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"\">JHWH herrscht in dieser Versammlung, ohne Streit und Konkurrenz, mit wenigen Ausnahmen (Hiob 1f; nach Heisers Lesart, Psalm 82). Die himmlische Heerschar ist da, um ihm zu dienen. Das tun sie am h\u00e4ufigsten, indem sie ihn anbeten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"\">Letzteres ist zweifelsohne die wichtigste Entwicklung. In der Heiligen Schrift wird die himmlische Versammlung zu einem Ort der Anbetung, nicht der Debatten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anhang 1: Polytheismus? Und: Mit welcher Sprache k\u00f6nnen wir von G\u00f6ttern sprechen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Rutscht Heiser in den Polytheismus ab, da es in seinem Rat viele G\u00f6tter gibt? Das glaube ich nicht. Ich verwende lieber andere W\u00f6rter, aber Heiser erkl\u00e4rt sorgf\u00e4ltig, was er meint (und nicht meint). JHWH ist einzigartig, \u201ein einer Klasse f\u00fcr sich\u201c, anders als alle anderen; nur er ist nicht geschaffen und ist selbst der Sch\u00f6pfer aller anderen <em>elohim<\/em> (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2008<\/a>: 29f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zu einem gro\u00dfen Teil ist es eine Frage der Semantik, der Wortbedeutung; es kommt darauf an, wie wir die Begriffe definieren. Dazu kommt: Wenn wir \u00fcber das G\u00f6ttliche sprechen, sto\u00dfen wir an die Grenzen der Sprache. Im Deutschen stehen wir vor einem \u00e4hnlichen Problem: Das Wort <em>Gott<\/em> bedeutet etwas anderes, je nachdem, ob wir es f\u00fcr JHWH oder f\u00fcr \u201eandere\u201c G\u00f6tter verwenden \u2013 die G\u00f6tter sind oder nicht, je nachdem, was mit dem Wort gemeint ist. Zumindest die englische Sprache hat eine praktische L\u00f6sung: Sie neigt dazu, das Wort gro\u00df zu schreiben (<em>God<\/em>), wenn es um den einen Gott geht \u2013 und sonst klein (<em>god<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Allerdings kommt es mir vor, dass Heiser in seiner \u00dcbersetzung von <em>elohim<\/em> inkonsequent ist, besonders in Bezug auf <em>elohim<\/em> im Himmel. Er weist zu Recht darauf hin, dass das hebr\u00e4ische Wort <em>elohim<\/em> einen breiteren und anderen Bedeutungsbereich hat als unser Wort <em>Gott<\/em>. Er argumentiert, dass das hebr\u00e4ische Wort nicht auf eine Reihe von Attributen hinweist, wie es das Wort <em>Gott<\/em> tut, sondern eher auf eine Sph\u00e4re oder einen Bereich: Es bezieht sich auf nicht-k\u00f6rperliche Wesen in der unsichtbaren Welt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Alle Dinge, die in der hebr\u00e4ischen Bibel \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd (<em>elohim<\/em>) genannt werden, haben eines gemeinsam: Sie bewohnen alle den nicht-menschlichen Bereich. Das hei\u00dft, sie sind von Natur aus nicht Teil der Welt der Menschen, einer Welt der gew\u00f6hnlichen Verk\u00f6rperung. \u05d0\u05b1\u05dc\u05b9\u05d4\u05b4\u05d9\u05dd (<em>elohim<\/em>) als Begriff beschreibt den Wohnsitz \u2013 es identifiziert den angemessenen Lebensbereich der durch ihn beschriebenen Entit\u00e4t. Jahwe, die geringeren G\u00f6tter, Engel, D\u00e4monen und die k\u00f6rperlosen Toten sind alle rechtm\u00e4\u00dfige Bewohner der Geisterwelt. (Heiser 2016)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Aber wenn das so ist, ist <em>G\u00f6tter<\/em> keine gute \u00dcbersetzung f\u00fcr die (S\u00f6hne der) <em>elohim<\/em> im Himmel, weil sie nicht die Attribute Gottes (oder der G\u00f6tter) teilen. Stattdessen w\u00e4re <em>Himmelswesen<\/em> eine nahezu perfekte \u00dcbersetzung, da dies ein Begriff des Bereichs und nicht der Attribute ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Gleichzeitig macht die \u00dcbersetzung <em>G\u00f6tter<\/em> durchaus Sinn, wenn man von den G\u00f6ttern (<em>elohim<\/em>) der V\u00f6lker spricht, wie sie auf der Erde verehrt werden. In diesem Fall handelt es sich eben doch um Attribute: Diese G\u00f6tter werden verehrt, wenn auch zu Unrecht, und eine solche Verehrung ist G\u00f6ttern vorbehalten. In den Augen ihrer Verehrer sind sie tats\u00e4chlich G\u00f6tter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein weiterer Punkt: Es lohnt sich, \u00fcber die Sprache nachzudenken, die wir w\u00e4hlen, denn die falschen W\u00f6rter (und Worte!) k\u00f6nnen in eine falsche Richtung lenken. Ich schlie\u00dfe diesen Abschnitt mit einem Beispiel daf\u00fcr ab. Die folgenden Zitate haben mit unserem Thema, nicht aber mit Heiser zu tun; sie stammen aus einer Quelle, die \u00e4lter ist alle seinen Schriften. Diese Zitate zeigen, was es m.E. zu vermeiden gilt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Das soll jedoch nicht bedeuten, dass die Israeliten die Existenz von Engeln oder geistigen Wesen leugneten. In der Tat bezeichneten sie diese Wesen oft als \u201eG\u00f6tter\u201c. Mehr noch: W\u00e4hrend viele Menschen heute Engel als eher harmlose Gesch\u00f6pfe verstehen, als blo\u00dfe Verl\u00e4ngerung von Gottes Willen, ohne eigenen Verstand und Willen, gehen die alttestamentlichen Autoren \u00fcberall davon aus, dass diese G\u00f6tter ein gutes Ma\u00df an autonomer Macht haben. (Boyd 1997: 115)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wie wir weiter unten und in den folgenden Kapiteln sehen werden, ist ein Gro\u00dfteil der biblischen Tradition wie auch der Kirchengeschichte davon ausgegangen, dass alles in der Sch\u00f6pfung direkt oder indirekt unter der Autorit\u00e4t eines Engels steht. Die Erde, der Wind, der Regen, die Sonne, die Tiere, die Vegetation und so weiter haben jeweils ihren eigenen Schutzengel. (Ebd.: 128; eine unglaubliche Aussage; der einzige Beweis, der in einer Fu\u00dfnote erw\u00e4hnt wird: Der Autor habe irgendwo gelesen, dass diese Idee dem Kirchenvater Augustinus zugeschrieben werde)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir haben also gesehen, dass das Alte Testament neben dem Verst\u00e4ndnis, dass die Welt von feindlichen kosmischen Kr\u00e4ften umgeben ist, die Anwesenheit einer unsichtbaren Gesellschaft von geschaffenen G\u00f6ttern annimmt, die unter Jahwe und \u00fcber der Menschheit existiert. Diese g\u00f6ttliche Gesellschaft wird so dargestellt, dass sie in vielerlei Hinsicht der menschlichen Gesellschaft gleicht. Diese geistlichen Wesen haben, wie die Menschen, eindeutig einen eigenen Verstand und einen eigenen Willen. Sie k\u00f6nnen sich daf\u00fcr entscheiden, f\u00fcr Gott oder gegen ihn zu arbeiten. Sie sind, wie die Menschen, moralisch verantwortlich. (Ebd.: 143)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Mit diesen Zitaten (\u00e4lter als Heisers Ver\u00f6ffentlichungen) sind wir nicht weit vom Polytheismus \u00c4gyptens, Babylons, Kanaans, Griechenlands und Roms entfernt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anhang 2: Gottess\u00f6hne und Engel: Zwei Kategorien?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Im Abschnitt \u00fcber das hebr\u00e4ische Vokabular f\u00fcr Engel und G\u00f6tter habe ich darauf hingewiesen, dass es Uneinigkeit \u00fcber den Status der Gottess\u00f6hne und Engel gibt: Sind sie unterschiedlich und wenn ja, handelt es sich um zwei Klassen oder Ebenen von Himmelswesen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Laut Heiser (2016) gibt es daf\u00fcr \u201esolide Belege in der hebr\u00e4ischen Bibel\u201c. Eins seiner Argumente besagt, dass die S\u00f6hne der <em>elohim<\/em>\/<em>elim<\/em> nie als Engel bezeichnet werden (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/279\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2001<\/a>: 67; Heiser 2018: Kindle Loc. 1778-81).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">L\u00e4sst man jedoch den Ausdruck <em>Engel des HERRN<\/em> au\u00dfer Betracht, so sind beide Begriffe im AT selten. Die zwei Begriffe werden nie in der gleichen Bibelstelle verwendet. Daher ist es nicht \u00fcberraschend, dass die Gottess\u00f6hne nicht als Engel identifiziert werden. Es bleibt daher unklar, ob die beiden Begriffe unterschiedlich oder in ihrer Bedeutung identisch sind, oder ob sie sich vielleicht \u00fcberschneiden. Wir haben nicht genug Textmaterial, um das entscheiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt nur eine Ausnahme. In Daniel 3,25 beschreibt Nebukadnezar die vierte Person im Feuer \u201eals w\u00e4re er ein Sohn der G\u00f6tter\u201c. In Daniel 3,28 bezeichnet er die gleiche Erscheinung als einen Engel Gottes. F\u00fcr Nebukadnezar waren die G\u00f6tters\u00f6hne also Engel \u2013 aber k\u00f6nnen wir seinem Verst\u00e4ndnis trauen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die untere, dritte Ebene des Rates besteht angeblich aus Engeln. Doch Michael, selbst ein (Erz-)Engel, f\u00fchrt die Engel Gottes in den Kampf gegen Satan und dessen Engel (Offb. 12,7). In Offenbarung 20,1-3 ergreift ein Engel den Teufel und sperrt ihn f\u00fcr tausend Jahre ein. Diese zwei Aussagen deuten nicht auf einen niedrigen Rang der Engel hin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">M.E. reichen die Beweise nicht aus, um Heisers These zu belegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anhang 3: 5. Mose 32,8 und seine Auslegung nach Heiser<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich behandle 5. Mose 32,8 in diesem Anhang, weil in diesem Vers nicht ausdr\u00fccklich vom himmlischen Rat gesprochen wird. Dennoch ist er f\u00fcr Heisers Schema von gro\u00dfer Bedeutung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">5. Mose 32,8 beschreibt Jahwes Zerstreuung der V\u00f6lker zu Babel und die daraus resultierende Enterbung dieser V\u00f6lker, indem er sie anderen, geringeren G\u00f6ttern (<em>elohim<\/em>) \u00fcbergibt. (<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Deuteronomy32OTWorldview.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2012a<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Enterbung der Nationen und ihre Unterwerfung unter die S\u00f6hne Gottes in Dtn 4,19-20; 32,8.9 stellen einen souver\u00e4nen Akt Jahwes dar, mit dem er die direkte Herrschaft der rebellischen Menschheit zur\u00fcckweist. Dass die S\u00f6hne Gottes in dieses Vakuum einziehen, wird nicht als Anma\u00dfung geschildert. Sie wurden von Jahwe \u00fcber die Nationen gesetzt und dann sp\u00e4ter in Psalm 82 f\u00fcr ihre korrupte Verwaltung gerichtet. (<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2008<\/a>: 26)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In 5. Mose 4,19-20 und 32,8-9 teilte Jahwe die Nationen auf und wies sie geringeren G\u00f6ttern zu &#8230; Er verwarf die Nationen als sein eigenes Volk und nahm Israel als seinen Erbteil. (Heiser 2016)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Schlie\u00dflich wurden die \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c, denen die Nationen nach dem Turmbau zu Babel zugeteilt wurden, an irgendeinem Punkt ihrer Mission verdorben. In Psalm 82 geht es um ihr Gericht. (Heiser 2018: Kindle Loc. 1782-6)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Zumindest auf den ersten Blick wird hier deutlich mehr behauptet als in 5. Mose 32,8 steht. Es gibt keine offensichtliche Verbindung zwischen dem Vers und Psalm 82. Die Verbindung zu 1. Mose 10 oder 11 hat mehr f\u00fcr sich, obwohl es in diesen Kapiteln um Sprache und V\u00f6lker geht, nicht um Territorium oder Grenzen. An keiner Stelle werden Gottess\u00f6hne oder andere Himmelswesen in der Erz\u00e4hlung sichtbar (es sei denn, sie verstecken sich hinter dem \u201ewir\u201c in 1. Mose 11,7). Und selbst im 5. Mose ist es nicht klar, dass Gott Gottess\u00f6hne als Herrscher \u00fcber die V\u00f6lker eingesetzt hat. Urteile selbst:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Als der H\u00f6chste den V\u00f6lkern Land zuteilte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und der Menschen Kinder voneinander schied,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">da setzte er die Grenzen der V\u00f6lker<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">nach der Zahl der S\u00f6hne Israels.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Denn des HERRN Teil ist sein Volk,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Jakob ist sein Erbe. (5. Mo. 32,8f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Zun\u00e4chst sollte ich darauf hinweisen, dass es hier ein textliches Problem gibt. Der sogenannte masoretische Text, im Gro\u00dfen und Ganzen der zuverl\u00e4ssigste hebr\u00e4ische Text, lautet, wie die Lutherbibel \u00fcbersetzt, \u201enach der Zahl der S\u00f6hne Israels\u201c. Einige Manuskripte, die in Qumran (unter den Schriftrollen vom Toten Meer) gefunden wurden, und mehrere alte \u00dcbersetzungen (darunter die Septuaginta) lesen jedoch entweder \u201enach der Zahl der S\u00f6hne Gottes\u201c oder \u201eEngel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt keinen guten Grund, warum jemand in diesem Vers \u201eS\u00f6hne Israels\u201c in \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c ge\u00e4ndert haben k\u00f6nnte. Es ist leichter vorstellbar, dass ein Schreiber \u201eS\u00f6hne Gottes\u201c in \u201eSohne Israels\u201c ge\u00e4ndert hat, um jedes Anzeichen des Polytheismus zu vermeiden. Der heutige Konsens ist deswegen, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Lesart von Qumran korrekt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Aber was bedeutet es, dass Gott Grenzen gesetzt hat \u201enach der Zahl der S\u00f6hne Gottes\u201c? Es k\u00f6nnte hei\u00dfen, dass es eine Entsprechung gibt, in Zahlen. Das gilt insbesondere dann, wenn die urspr\u00fcngliche Lesart doch \u201enach der Zahl der S\u00f6hne Israels\u201c lauten w\u00fcrde. Am Ende von 1. Mose wird gesagt, dass 70 Mitglieder des Hauses Jakobs nach \u00c4gypten gekommen sind (1. Mo. 46,27). 1. Mose 10 listet 70 Nationen auf. Die Zahlen stimmen \u00fcberein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Auch wenn die alternative Lesart, \u201edie Zahl der S\u00f6hne Gottes\u201c, richtig ist, was als wahrscheinlich (aber als nicht sicher) gilt, deutet dies darauf hin, was gemeint sein k\u00f6nnte: Es gibt eine \u00dcbereinstimmung in den Zahlen (vgl. Josua 4,5, wo eine \u00e4hnliche Formulierung f\u00fcr zw\u00f6lf Steine verwendet wird, die den zw\u00f6lf St\u00e4mmen entsprechen: \u201enach der Zahl der St\u00e4mme [der S\u00f6hne] Israels\u201c). Es gibt keinen Hinweis darauf, dass mehr gemeint ist, etwa dass diese Wesen dazu bestimmt sind, \u00fcber die V\u00f6lker zu herrschen, oder dass die V\u00f6lker ihnen \u201e\u00fcbergeben\u201c sind, damit sie die Gottess\u00f6hne als ihre G\u00f6tter verehren. Dazu braucht es weitere Belege. Heiser meint, sie zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Erstens werden in 5. Mose 32 mehrere verwandte W\u00f6rter verwendet: Erbe, zuteilen und Teil. Die Frage ist, wer erbt was, oder wer wird wem zugeteilt? So wie der Vers steht, erhalten die Nationen Land als Erbe (vgl. Apg. 17,26), und Gott nimmt Israel als seinen Erbteil. Es ist jedoch m\u00f6glich, den Vers so zu \u00fcbersetzen, dass die Nationen nicht die Empf\u00e4nger sind, sondern das Erbe. Das geht aber nur, wenn wir eine kleine \u00c4nderung am Verb vornehmen. In diesem Fall gibt Gott die Nationen als Erbe: \u201eEr teilte die V\u00f6lker den S\u00f6hnen Gottes zu\u201c (Heiser 2016). Diese Lesart hat den Vorteil, dass die Parallele zwischen den beiden Versen 8 und 9 klarer wird: Gott erh\u00e4lt (oder nimmt) Israel als seinen Teil; andere (vermutlich die S\u00f6hne Gottes) erhalten die V\u00f6lker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zweitens weist Heiser auf 5. Mose 4,19f ein. Er liefert die Begr\u00fcndung f\u00fcr seine Interpretation von 5. Mose 32,8, denn dort soll sichtbar werden, dass Gott die V\u00f6lker den Gottess\u00f6hnen als ihren G\u00f6ttern zuteilt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Hebe auch nicht deine Augen auf gen Himmel, dass du die Sonne sehest und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und fallest ab und betest sie an und dienest ihnen. Denn der HERR, dein Gott, hat sie zugewiesen allen andern V\u00f6lkern unter dem ganzen Himmel; euch aber hat der HERR angenommen und aus dem gl\u00fchenden Ofen, n\u00e4mlich aus \u00c4gypten, gef\u00fchrt, dass ihr das Volk sein sollt, das allein ihm geh\u00f6rt, wie ihr es jetzt seid. (5. Mo. 4,19f)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist seltsam, dass Heiser sich so stark auf diese Stelle st\u00fctzt (z.B. <a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Heiser 2008<\/a>: 20; 2016), denn sie sagt nicht das, was Heiser sie sagen l\u00e4sst. Die G\u00f6tter sind den V\u00f6lkern zugeteilt (was auch immer das bedeutet), nicht andersherum. Nichts hier deutet darauf hin, dass diese G\u00f6tter urspr\u00fcnglich g\u00f6ttliche oder himmlische Herrscher waren, die von Gott eingesetzt wurden und denen so diese V\u00f6lker zugewiesen wurden \u2013 Vorsteher, die sich erst sp\u00e4ter gegen Gott auflehnten und rebellierten. Heiser verweist auch auf 5. Mose 29,24-26, aber diese Verse leiden unter demselben Problem: Die Richtung der Zuweisung ist nicht an die G\u00f6tter, sondern \u2013 in diesem Fall \u2013 an Israel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Au\u00dferdem bedeutet 5. Mose 4,19 wahrscheinlich etwas ganz anderes. Sonne, Mond und Sterne sind \u201eallen V\u00f6lkern\u201c zugewiesen (die Lutherbibel \u00fcbersetzt falsch; das Wort \u201eandern\u201c kommt im Grundtext nicht vor). \u201eAllen V\u00f6lkern\u201c schlie\u00dft Israel ein. Der Punkt ist: Die Sch\u00f6pfung (konkret: Sonne, Mond und Sterne) ist f\u00fcr alle da, ein Geschenk \u2013 aber nicht als Objekt der Anbetung gedacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Alles in allem stellt sich heraus, dass Heisers Rekonstruktion der Ereignisse, wie am Anfang dieses Abschnitts zusammengefasst, auf einem einzigen, schwierigen Bibelvers und auf einer unsicheren Kette von Schlussfolgerungen und Behauptungen beruht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bildnachweis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Weidner, Michael, Diane Weidner. 2018 &lt;<a href=\"https:\/\/unsplash.com\/photos\/h-rP5KSC2W0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/unsplash.com\/photos\/h-rP5KSC2W0<\/a>&gt; CC0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Anthiok. 8 August 2008. \u201cJebel Aqra (Kel Da\u011f\u0131, Mount Casius), 2008.jpg\u201d &lt; <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Jebel_Aqra_(Kel_Da%C4%9F%C4%B1,_Mount_Casius),_2008.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Jebel_Aqra_(Kel_Da%C4%9F%C4%B1,_Mount_Casius),_2008.jpg<\/a>&gt; [accessed 9 February 2021] <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CC-BY-3.0<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturangaben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Bibelzitate, wenn nicht anders angegeben: <em>Die Bibel nach der \u00dcbersetzung Martin Luthers<\/em>. 1999. Revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Beasley-Murray, George R. 1999. <em>John<\/em>, Word Biblical Commentary, xxxvi (Dallas: Word)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Boyd, Gregory A. 1997. <em>God at War: The Bible &amp; Spiritual Conflict<\/em> (Downers Grove, IL: InterVarsity Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>Die Heilige Schrift \u00fcbersetzt von Hermann Menge<\/em>. 1994. Neuausgabe (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Heiser, Michael S. 2001. \u2018<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/279\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deuteronomy 32:8 and the Sons of God<\/a>\u2019, <em>Bibliotheca Sacra<\/em>, 158: 52-74<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2008. \u2018<a href=\"https:\/\/digitalcommons.liberty.edu\/lts_fac_pubs\/277\/?utm_source=digitalcommons.liberty.edu%2Flts_fac_pubs%2F277\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Monotheism, Polytheism, Monolatry, or Henotheism? Toward an Assessment of Divine Plurality in the Hebrew Bible<\/a>\u2019, <em>Bulletin for Biblical Research<\/em>, 18.1: 1-30<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2010. \u2018Should the Plural \u05d0\u05dc\u05d4\u05d9\u05dd of Psalm 82 Be Understood as Men or Divine Beings?\u2019 (presented at the Annual Meeting, Evangelical Theological Society, Atlanta) &lt;<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Elohim%20of%20Ps82%20Gods%20or%20Men%20ETS2010.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser Elohim of Ps82 Gods or Men ETS2010.pdf<\/a>&gt; [accessed 25 February 2021]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2011. \u2018Jesus\u2019 Quotation of Psalm 82:6 in John 10:34: A Different View of John\u2018s Theological Strategy\u2019 (presented at the SBL Regional Meeting, Spokane, WA) &lt;<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser%20Psa82inJohn10%20RegSBL2011.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Heiser Psa82inJohn10 RegSBL2011.pdf<\/a>&gt; [accessed 25 February 2021]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2012a. \u2018<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/Deuteronomy32OTWorldview.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deuteronomy 32:8\u20139 and the Old Testament Worldview<\/a>\u2019, in <em>Faithlife Study Bible<\/em>, ed. by John D. Barry (Bellingham, WA: Lexham Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2012b. \u2018<a href=\"http:\/\/www.thedivinecouncil.com\/OTGodheadLanguage.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Old Testament Godhead Language<\/a>\u2019, in <em>Faithlife Study Bible<\/em>, ed. by John D. Barry (Bellingham, WA: Lexham Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2015a. <em>Introducing the Divine Council Worldview<\/em> &lt;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=povh5cYfCvs&amp;feature=youtu.be\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=povh5cYfCvs&amp;feature=youtu.be<\/a>&gt; [accessed 26 February 2021]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2015b. <em>The Unseen Realm: Recovering the Supernatural Worldview of the Bible<\/em> (Bellingham, WA: Lexham Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2016. \u2018Divine Council\u2019, in <em>The Lexham Bible Dictionary<\/em>, ed. by John D. Barry, David Bomar, Derek R. Brown, Rachel Klippenstein, Douglas Mangum, and others (Bellingham, WA: Lexham Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014. 2018. <em>What Does God Want?<\/em> (Blind Spot Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>The New International Version<\/em>. 2011 (Grand Rapids, MI: Zondervan)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Peterson, Eugene H. 2005. <em>The Message: The Bible in Contemporary Language<\/em> (Colorado Springs, CO: NavPress)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Tsumura, David Toshio. 2005. \u2018Canaan, Canaanites\u2019, in <em>Dictionary of the Old Testament: Historical Books<\/em>, ed. by Bill T. Arnold and H. G. M. Williamson (Downers Grove, IL: InterVarsity Press), pp. 122-32<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das AT lehnt die kanaanitische Religion konsequent ab. Der Baalsdienst, ein Dauerproblem im vorexilischen Israel, wird nachdr\u00fccklich verurteilt. 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