{"id":1947,"date":"2020-01-02T08:30:00","date_gmt":"2020-01-02T07:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/?p=1947"},"modified":"2024-08-07T11:07:05","modified_gmt":"2024-08-07T09:07:05","slug":"cals69","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/2020\/01\/cals69\/","title":{"rendered":"Vorherwissen: Der Gott des Unm\u00f6glichen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"\">Kennt Gott die Zukunft im Detail, so, wie er die Gegenwart und die Vergangenheit kennt? Nach der Auseinandersetzung mit <a href=\"https:\/\/www.wilrens.org\/de\/2019\/12\/cals68\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">Gott und Zeit<\/a> im letzten Monat geht es jetzt um diese Frage. Ein Buch, das gegen Gottes Vorherwissen argumentiert, hat den Titel <em>God of the Possible<\/em> (\u201eGott des M\u00f6glichen\u201c; Boyd 2001). Der Titel \u00fcberrascht mich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Diesen Brief gibt es in Englisch auch als<\/em> <a href=\"https:\/\/youtu.be\/-0eF_4UUA7o\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">VIDEO PODCAST<\/a> (Teil 2 <a href=\"https:\/\/youtu.be\/VKB_84Rss5o\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">hier<\/a>) <em>und als<\/em> <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/cals69a\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">AUDIO PODCAST<\/a> (2 Dateien)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Warum sollten wir dem Gott des M\u00f6glichen dienen wollen? W\u00fcrden wir\nnicht lieber dem Gott des <em>Unm\u00f6glichen<\/em> dienen? So wird Gott in Lukas 1,37\nund Matth\u00e4us 19,26 ja auch dargestellt: \u201eDenn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich\u201c,\nund: \u201eBei den Menschen ist\u2018s unm\u00f6glich; aber bei Gott sind alle Dinge m\u00f6glich\u201c?\nSollten \u201ealle Dinge\u201c nicht beinhalten, dass Gott die Zukunft voraussieht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir sollten nat\u00fcrlich nicht erwarten, dass Gott tun kann, was logisch\nunm\u00f6glich ist und zu Absurdit\u00e4ten f\u00fchrt. Die Schaffung eines quadratischen\nKreises geh\u00f6rt in dieser Kategorie. Laut Gregory Boyd gilt das ebenfalls f\u00fcr\ndas, was die Menschen aus freier Entscheidung tun: Es sei logisch unm\u00f6glich,\ndas im Voraus zu wissen. Genau genommen geht es also im Buch um den Gott des\nNicht-Absurden. Aber niemand w\u00fcrde ein Buch mit diesem Titel kaufen, deshalb\nverstehe ich, dass der Autor den Titel <em>God of the Possible<\/em> gew\u00e4hlt hat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">[<strong>Bemerkung<\/strong>:<em> Dar\u00fcber hinaus, und wahrscheinlich in erster\nLinie, scheint der Autor mit seinem Titel den offenen Theismus im Blick zu\nhaben: Gott ist nicht der Gott der <\/em>Gewissheit<em>, durch die Erkenntnis der\nZukunft, sondern der Gott, der <\/em>die M\u00f6glichkeiten <em>einer unbestimmten\nZukunft kennt und damit arbeitet. Es geht nicht um den Kontrast <\/em>m\u00f6glich und\nunm\u00f6glich<em>, sondern eher um <\/em>m\u00f6glich und gewiss<em>.<\/em>]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Aber ist es absurd und damit f\u00fcr Gott unm\u00f6glich, die Zukunft zu erkennen? Das ist eine interessantere Frage als das F\u00fcr und Wider eines Buchtitels. Meine Reflexion dar\u00fcber f\u00fchrt zu einer weiteren l\u00e4ngeren Ausgabe. Ich werde versuchen, beim n\u00e4chsten Mal wieder etwas K\u00fcrzeres und Einfacheres zu bearbeiten! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich werde zun\u00e4chst in einer kurzen Zusammenfassung das Argument\nzugunsten von Vorherwissen darlegen (f\u00fcr eine etwas l\u00e4ngere Einf\u00fchrung siehe\nKapitel 1 in Craig 1987 und den Anhang in Craig 2001). Um einiges ausf\u00fchrlicher\nbefasse ich mich anschlie\u00dfend mit den Gegenargumenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Noch eine Bemerkung im Voraus. Es geht vor allem darum, ob Gott die\nEntscheidungen von Menschen vorhersehen kann. Alle sind sich einig, dass Gott Ereignisse\nwie Sonnenfinsternisse, Erdbeben und die Bewegung von Objekten im Weltraum\nvoraussieht. In solchen F\u00e4llen haben wir es mit Ursache und Wirkung zu tun.\nAber was ist, wenn zus\u00e4tzlich der vermeintlich freie Wille des Menschen eine\nRolle spielt? Hier gehen die Meinungen auseinander.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-medium\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"160\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-doors-1767562_1920.jpg?resize=300%2C160&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1948\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-doors-1767562_1920.jpg?resize=300%2C160&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-doors-1767562_1920.jpg?resize=1024%2C546&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-doors-1767562_1920.jpg?resize=768%2C410&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-doors-1767562_1920.jpg?resize=1536%2C819&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-doors-1767562_1920.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Argumente f\u00fcr Vorherwissen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">1. Begriffe wie <em>voraussehen<\/em> und <em>vorhersehen<\/em> sind W\u00f6rter,\ndie in der Bibel vorkommen. Das Konzept war in der Antike gut verankert. Die\nSchrift scheint es zu best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">2. Es gibt nicht wenige Beispiele in der Schrift, wo Gott voraussagt,\nwas geschehen wird und was die Menschen tun werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">3. Die Kirchengeschichte zeigt, dass sich die Christen im Glauben an\nGottes Vorherwissen bis vor kurzem praktisch einig waren. Dies unterscheidet\nsich von den Ansichten \u00fcber Zeit und Ewigkeit, wo die historischen Belege ein\nMa\u00df an Vielfalt zeigen. Augustinus konnte kategorisch feststellen: \u201eDenn ein\nWesen, das nicht die ganze Zukunft kennt, ist sicherlich nicht Gott\u201c\n(Augustinus 1972: 194; Buch V.9).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Viel sp\u00e4ter schrieb C. S. Lewis: \u201eJeder, der irgendwie an Gott glaubt,\nglaubt, dass er wei\u00df, was du und ich morgen tun werden\u201c (C. S. Lewis 1977:\n145). Noch in den 1940er Jahren konnte C. S. Lewis davon ausgehen, dass\nChristsein den Glauben an Gottes Vorherwissen einschlie\u00dft. Das <em>beweist<\/em>\nGottes Vorherwissen zwar nicht, es ist aber immerhin ein Indiz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unterschiedliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr\nVorherwissen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Obwohl sich die Christen fr\u00fcher \u00fcber Gottes Vorherwissen einig waren,\nunterschieden sie sich (und unterscheiden sich auch heute noch) in ihrem\nVerst\u00e4ndnis davon. Ich liste vier g\u00e4ngige Erkl\u00e4rungen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Die statische Sicht der Zeit und die zeitlose Sicht auf Gott<\/strong>: Wenn\ndie Zeit statisch ist, d.h. wenn alle Zeit jetzt existiert, und wenn Gott\nau\u00dferhalb der Zeit ist, wird das Vorherwissen etwas einfacher vorstellbar. In\ndiesem Fall befindet sich Gott in gewisser Weise <em>vor<\/em> der Zeit und\n\u00fcbersieht alles von seiner zeitlosen Position aus. Vergangene und zuk\u00fcnftige\nEreignisse sind f\u00fcr ihn alle ewig gegenw\u00e4rtig. Ich halte diese Sicht der Zeit\nnicht f\u00fcr wahrscheinlich, aber sie w\u00fcrde uns eine relativ einfache Erkl\u00e4rung f\u00fcr\nGottes Vorherwissen liefern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Die augustinische und calvinistische Sicht<\/strong>: Gott\nwei\u00df es voraus, weil er es vorherbestimmt (Pr\u00e4destination). Er wei\u00df\nlogischerweise, was er entschieden hat, das passieren soll. Aus dieser Sicht\ngibt es nichts Mystisches oder \u00dcberraschendes an Gottes Vorkenntnis. Sie f\u00fchrt allerdings\nzu schwierigen Fragen \u00fcber die Freiheit und Verantwortung des Menschen. Einige\nCalvinisten leugnen die menschliche Freiheit oder definieren den freien Willen\nso, dass er nicht wirklich frei und unbestimmt ist. Andere Calvinisten bejahen\nsowohl die Pr\u00e4destination als auch die Freiheit. Wie beides wahr sein kann, ist\nnat\u00fcrlich eine immerw\u00e4hrende theologische Debatte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Leider konzentrieren sich die Calvinisten bei der Diskussion \u00fcber Gottes\nVorherwissen auf Fragen der Erl\u00f6sung. Sie schauen in der Regel nicht \u00fcber die\nErl\u00f6sung hinaus auf andere Entscheidungen, die der Mensch trifft, oft zumindest\ndem Anschein nach in relativer Freiheit (Paul Helms ist ein Beispiel daf\u00fcr;\nsiehe Kapitel 4 in Beilby und Eddy 2001). Solche Entscheidungen sind ebenfalls\nwichtig bei der Frage, ob Vorherwissen \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Es mag wahr sein,\ndass die Menschen nichts tun k\u00f6nnen, um sich Gott zuzuwenden und gerettet zu\nwerden, dass wir nicht frei sind, Gott zu w\u00e4hlen, wie Augustinus und Calvin\nargumentierten. Aber was ist mit all den anderen Entscheidungen, die nichts mit\nunserer Erl\u00f6sung zu tun haben, Entscheidungen, die oft moralisch neutral sind?\nSind sie frei? Wenn ja, wie kann Gott sie dann vorherwissen? Und wenn er sie im\nVoraus kennt, wie k\u00f6nnen sie dann frei sein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Einfaches Vorherwissen <\/strong>ist die \u00dcberzeugung, dass Gott einfach wei\u00df,\nwas die Zukunft sein wird, weil er Gott ist, ohne eine Erkl\u00e4rung anzubieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Mittleres Wissen<\/strong> ist die von William Lane Craig vertretene\nAnsicht (siehe Kapitel 3 in Beilby und Eddy 2001 und Kapitel 12 in Craig 1987).\nEs ist kein einfaches Konzept. Mittleres Wissen ist hypothetisches Wissen. Gott\nwei\u00df, was Person X freiwillig tun w\u00fcrde, wenn Situation Y wahr oder real w\u00e4re\nund was X frei w\u00e4hlen w\u00fcrde, wenn stattdessen Z der Fall w\u00e4re. Basierend auf\ndiesem mittleren Wissen entscheidet Gott, welche Welt er verwirklichen will, Y\noder Z. Dies gibt Gott die Kontrolle dar\u00fcber, was passieren wird, ohne in die\nEntscheidungen seiner Gesch\u00f6pfe eingreifen zu m\u00fcssen. Dies ist daher eher eine\nErkl\u00e4rung daf\u00fcr, wie Gottes Souver\u00e4nit\u00e4t und die menschliche Freiheit gleichzeitig\nexistieren k\u00f6nnen, als eine Erkl\u00e4rung des Vorherwissens, obwohl sie dem Konzept\nTiefe verleiht: Gott wei\u00df nicht nur, was sein wird, sondern auch, was h\u00e4tte\nsein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir wenden uns nun einer weiteren Sicht zu, die des offenen Theismus,\ndie gegen Gottes umfassendes Vorherwissen argumentiert. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Zukunft existiert nicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein erstes Argument behauptet, dass Vorherwissen unm\u00f6glich ist, weil es\nnichts zu sehen oder zu wissen gibt. Da die Zukunft nicht existiert, kann sie\nnicht erkannt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Uns sollte klar sein, dass dies eine radikale Neudefinition von\nAllwissenheit bedeutet. Der Begriff wurde immer so verstanden, dass Gott alles\n\u00fcber die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft wei\u00df. Im offenen Theismus\nist Gottes Wissen \u00fcber die Zukunft begrenzt; es schlie\u00dft alle freien\nEntscheidungen von Gesch\u00f6pfen mit freiem Willen aus. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Gegner des offenen Theismus argumentieren, dass es nicht\noffensichtlich ist, dass das Wissen um die Zukunft unm\u00f6glich ist. Das Argument des\noffenen Theismus scheitert, sagen sie, weil er eine Behauptung macht, ohne sie zu\nbeweisen. Sie bem\u00e4ngeln auch, dass die neu definierte Allwissenheit keine\nAllwissenheit ist; es w\u00e4re fairer zu sagen, dass Gott aus der Sicht des offenen\nTheismus nicht allwissend ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">William Lane Craig sagt es so: \u201eGott kennt von Natur aus nur wahre\nAussagen und zwar alle. Da dazu auch wahre zukunftsgerichtete Aussagen geh\u00f6ren,\nkennt er die Zukunft im Voraus\u201c (Craig 1987: 121f). Auch Menschen haben\n\u00dcberzeugungen \u00fcber die Zukunft. Oft genug erweisen sich diese als falsch. Aber\nGott hat keine falschen \u00dcberzeugungen. Weil es wahre Aussagen \u00fcber die Zukunft\ngibt, muss Gott sie kennen, und diese \u00dcberzeugungen k\u00f6nnen nicht falsch sein.\nMit anderen Worten, um Gott zu sein, muss er die Zukunft kennen und somit\nwahrhaft allwissend sein, so das Gegenargument.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die brennende Frage ist nat\u00fcrlich: Wie kann die Zukunft vorausgesehen\nwerden? Oder genauer gesagt, wie kann Gott die Zukunft erkennen? Offensichtlich\n\u201esieht\u201c Gott die Zukunft nicht in irgendeinem w\u00f6rtlichen Sinne, nicht nur, weil\nes nichts zu sehen gibt, sondern auch, weil Gott keine Augen hat. Oder Ohren.\nMenschliches Wissen kommt durch unsere Sinne oder durch unsere Erfahrung. Aber\nGott hat keine Sinnesorgane und er wei\u00df etwas nicht aus Erfahrung. Diese Frage\nbetrifft nicht nur Gottes Wissen \u00fcber die Zukunft. Es ist ebenso eine offene\nFrage, woher Gott sein umfassendes Wissen \u00fcber die Gegenwart und die\nVergangenheit hat. Er kennt mein Herz und meine Gedanken besser als ich sie\nselbst kenne. Er wei\u00df alles \u00fcber mich. Er kennt sogar die Zahl der Haare auf\nmeinem Kopf. Woher hat er all dieses Wissen? Seien wir ehrlich: Wir haben KEINE\nAhnung. In Psalm 139,6 hei\u00dft es: \u201eDiese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu\nhoch, ich kann sie nicht begreifen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Daher ist die Tatsache, dass wir nicht wissen, wie die Zukunft\nvorhergesehen werden kann, kein Argument gegen Vorherwissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Abschlie\u00dfend ist noch auf einen weiteren Punkt hinzuweisen. Schon ein\neinziges Beispiel daf\u00fcr, dass Gott eine freie Entscheidung vorhersieht, w\u00fcrde\nausreichen, um das Argument zu widerlegen. Deshalb bedarf jedes Beispiel in der\nSchrift, in dem Gott zu wissen scheint, was geschehen wird, im offenen Theismus\neiner Erkl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorherwissen\nimpliziert Determinismus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein zweites Argument besagt, dass Vorherwissen Determinismus\nimpliziert. Wenn Gott vorhersieht, was jemand tun wird, ist diese Person nicht\nmehr frei, etwas anderes zu tun, denn Gott kann nicht falsch liegen. Etwas formeller\ndargestellt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">(a) Gott wei\u00df, dass ich morgen Tee anstelle von Kaffee trinken werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">(b) Gott kann sich nicht irren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">(c) Deshalb habe ich keine Wahl; ich muss morgen Tee statt Kaffee trinken.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Argument basiert jedoch auf einem logischen Fehler. Die Aussagen\nliegen im Bereich der Logik, nicht der Kausalit\u00e4t oder Chronologie; es ist\nlogisch gesehen unabwendbar, dass ich, wenn (a) und (b) wahr sind, morgen Tee\ntrinken werde. Aber damit ist nur festgestellt, dass etwas eine <em>logische<\/em>\nNotwendigkeit ist: <em>Logischerweise<\/em>, wenn Gott etwas vorhersieht, dann\nwird es geschehen. Es gibt keine kausale oder andere Notwendigkeit, die meine\nM\u00f6glichkeiten einschr\u00e4nkt. Nichts wird von Gottes Vorherwissen bestimmt oder\ngar herbeigef\u00fchrt; \u201emuss\u201c ist hier das falsche Wort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">[<strong>Bemerkung<\/strong>:<em> In einigen Versionen des Arguments wird sogar\nGott selbst zum Opfer seines eigenen Vorherwissens. Da er wei\u00df, dass ich Tee\ntrinken werde, und da er sich nicht irren kann, ist er machtlos, etwas dagegen\nzu tun; er kann mich nicht dazu bringen, statt Tee Kaffee oder Milch zu\ntrinken.<\/em>]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Versuchen wir ein Gedankenexperiment. Was w\u00fcrde geschehen, wenn Gott\npl\u00f6tzlich aufh\u00f6ren w\u00fcrde zu existieren, und sein Wissen um die Zukunft mit ihm?\nW\u00fcrde sich etwas \u00e4ndern? W\u00fcrde ich pl\u00f6tzlich etwas tun k\u00f6nnen, was mir vorher\nunm\u00f6glich war? K\u00f6nnte ich jetzt doch Kaffee trinken? Nichts hat sich<em> in <\/em>mir\noder<em> an <\/em>mirver\u00e4ndert! Ob Gott etwas wei\u00df oder nicht, hat keinen\nEinfluss auf mein Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Tats\u00e4chlich ist es, wie Craig (1987: 67f) betont, \u00fcberfl\u00fcssig, Gott\nund Vorherwissen in die Gleichung aufzunehmen. Alles, was wir brauchen, ist\neine Aussage \u00fcber die Zukunft, die wahr ist. Ich kann die Argumentation wie\nfolgt vereinfachen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">(a1) Ich werde morgen Tee statt Kaffee trinken. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">(b1) Diese Aussage ist wahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">(c1) Deshalb habe ich keine Wahl: Ich muss morgen Tee trinken.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Hier ist ein weiterer Versuch, um den logischen Trugschluss\nhervorzuheben. Dass ichTee anstelle von Kaffee trinke, folgt <em>chronologisch\ngesehen<\/em> auf Gottes Vorherwissen. Aber <em>logisch betrachtet<\/em> steht meine\nEntscheidung an erster Stelle. Gott wei\u00df es voraus, weil ich es tun werde,\nnicht umgekehrt. Das bedeutet: Wenn ich etwas anderes machen w\u00fcrde, das hei\u00dft,\nich w\u00fcrde morgen keinen Tee statt Kaffee trinken, dann w\u00fcrde Gott auch etwas\nanderes vorhersehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Die Schlussfolgerung (c) ist daher falsch. Ich habe eine Wahl,\nunabh\u00e4ngig davon, ob Gott die Entscheidung vorhersieht. Es sollte hei\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">(c) Deshalb werde ich (nicht muss ich) morgen Tee statt Kaffee trinken.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Hier ist noch eine weitere M\u00f6glichkeit, das Thema zu pr\u00e4sentieren:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">(a2) Gott wei\u00df, dass ich mich freiwillig daf\u00fcr entscheiden werde, morgen Tee statt Kaffee zu trinken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">(b) Gott kann sich nicht irren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">(c2) Deshalb werde ich mich morgen freiwillig daf\u00fcr entscheiden, Tee statt Kaffee zu trinken.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Offene Theisten m\u00f6gen antworten, dass es f\u00fcr Gott unm\u00f6glich ist, dies\nzu wissen; wenn es meine freie Wahl ist, was ich morgen trinken werde, kann\nGott nicht im Voraus wissen, was ich w\u00e4hlen werde. Aber warum sollte das wahr\nsein? Woher wissen wir, dass Gottes Wissen auf diese Weise begrenzt ist? Es\nwird nur behauptet, nicht bewiesen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir wissen nicht<em>, wie<\/em> Gott es wei\u00df, aber davon haben wir bereits\ngesprochen. Dass ich etwas nicht wei\u00df oder verstehe, gilt kaum als Argument\ndagegen. Ich wei\u00df ebenso wenig, wie Gott alles \u00fcber die Gegenwart und die\nVergangenheit wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Damit ist Gottes Vorherwissen nicht bewiesen. Aber das philosophische\nArgument dagegen ist widerlegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Eine interessante Nebenbemerkung: Das Argument, dass Vorherwissen\nDeterminismus impliziert, ist nicht neu. Es wurde im sp\u00e4ten zweiten Jahrhundert\nvom Philosophen Celsus verwendet \u2013 als Argument gegen das Christentum. Der\nKirchenvater Origenes von Alexandria konterte, dass etwas vorherzusehen oder\nvorherzusagen nicht die Ursache ist, wodurch etwas geschieht. Dieses Wissen \u00fcbt\nkeinen Einfluss auf die Ereignisse aus. Was Gott voraussagt, muss geschehen,\naber nur in dem Sinne, dass es gewiss ist, nicht in dem Sinne, dass es zwangsweise\ngeschieht, so Origenes (Erickson 2004: 95f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Argument ist noch \u00e4lter als das Christentum. Der r\u00f6mische Staatsmann\nund Philosoph Cicero, der 106-43 v. Chr. lebte, argumentierte gegen die\nM\u00f6glichkeit des Vorherwissens, insbesondere im Zusammenhang mit der Weissagung.\nWeil Vorherwissen Determinismus impliziert, so Cicero, w\u00fcrde sie den freien\nWillen zerst\u00f6ren. Dann w\u00fcrde es keinen Sinn machen, Menschen vor einem Gericht\nzur Rechenschaft zu ziehen (Cicero war auch Anwalt) und sie f\u00fcr Verbrechen zu\nbestrafen. Es ist das gleiche Argument: Was vorhergesagt oder vorhergesehen\nwird, muss zwangsl\u00e4ufig passieren. Jahrhunderte sp\u00e4ter nahm der Kirchenvater Augustinus\nCicero, etwas unfreundlich, f\u00fcr diese Argumentationslinie unter Beschuss (Augustinus\n1972: 190-4; Buch V.9):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Gegen diese profane und respektlose Unversch\u00e4mtheit behaupten wir sowohl, dass Gott alle Dinge wei\u00df, bevor sie geschehen, als auch, dass wir aus freiem Willen alles tun, wovon wir f\u00fchlen und wissen, dass es ohne unseren Willen nicht geschehen w\u00fcrde. Wir sagen nicht, dass alles Schicksal ist; wir leugnen sogar, dass etwas durch das Schicksal geschieht. (Ebd.: 191f; Buch V.9)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Diese Argumentation war den Kirchenv\u00e4tern somit bekannt. Allerdings\ntritt sie nur als das Argument heidnischer Denker in Erscheinung. Die\nKirchenv\u00e4ter, die antworten, sind unnachgiebig in ihrer Ablehnung. Augustinus folgert:\n\u201eDaher sind wir keineswegs gezwungen, Gottes Vorherwissen zu bewahren, indem\nwir unseren freien Willen abschaffen, oder unseren freien Willen zu sichern,\nindem wir (gottesl\u00e4sterlich) das g\u00f6ttliche Vorherwissen leugnen\u201c (ebd.: 195;\nBuch V.10).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Es gibt biblische\nBeweise daf\u00fcr, dass Gott viele Dinge nicht vorherwei\u00df<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt zahlreiche Passagen in der Bibel, die,\nwenn wir sie w\u00f6rtlich nehmen, bedeuten, dass Gott die Zukunft nicht kennt.\nBef\u00fcrworter von Gottes Vorherwissen erkl\u00e4ren diese Bibelstellen typischerweise\nals Anthropomorphismen. Anthropomorphismus ist eine Beschreibung oder\nDarstellung Gottes in menschlichen Begriffen und Analogien. Wenn sich Gott zum\nBeispiel \u00fcberrascht zeigt, sollte dies als eine rein menschliche Art verstanden\nwerden, \u00fcber Gott zu sprechen. Er wurde nicht wirklich \u00fcberrascht; die Aussage\nzeigt, wie \u00fcberraschend etwas aus menschlicher Sicht ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Diejenigen, die Gottes Vorherwissen bejahen, sehen\nneben dem Anthropomorphismus zwei weitere Prinzipien am Werk, so vermute ich. Diese\nbestimmen ihrer Meinung nach wohl ebenfalls die Art und Weise, wie die Schrift\nvon Gott spricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Erstens, in seiner Beziehung zu Menschen\nignoriert Gott normalerweise im Gro\u00dfen und Ganzen, was er \u00fcber unser Verhalten\nin der Zukunft wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Zweitens, es gibt eine rhetorische Strategie.\nEs hat f\u00fcr Gott wenig Sinn, durch die Propheten zu sagen, dass er das\nGeschehene vorhergesehen hat und dass es genauso passiert ist. Was kommuniziert\nwerden muss, wie schockierend falsch und unangebracht das Verhalten Israels\nist. Die Propheten versuchen, zu den Menschen durchzudringen; sie reflektieren\nnicht \u00fcber das Ausma\u00df oder die Grenzen der Allwissenheit Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">So viel zur traditionellen Sichtweise. Der offene\nTheismus h\u00e4lt dagegen, dass die Traditionalisten viel zu schnell Aussagen \u00fcber\nGott zu Anthropomorphismen erkl\u00e4ren. Wir sollten viele dieser Aussagen\nw\u00f6rtlicher nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt Anthropomorphismus in der Bibel, und\nder offene Theismus erkennt dies an. Tats\u00e4chlich gibt es in der Bibel viele\nAnthropomorphismen. Wir lesen oft, dass Gott sieht oder h\u00f6rt oder spricht, wir\nlesen von seinen H\u00e4nden und seinem Gesicht usw. Nichts davon ist buchst\u00e4blich\nwahr, auch wenn es doch Dinge \u00fcber Gott vermittelt, die sehr wohl wahr sind \u2013\nnur nicht buchst\u00e4blich. Anthropomorphismus ist also in der Bibel reichlich\nvorhanden. Aber es ist berechtigt, bei jeder Aussage zu \u00fcberlegen, wie w\u00f6rtlich\nsie zu verstehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Im Folgenden werde ich auf einige der\nwichtigsten Beispiele eingehen, in denen der offene Theismus Anthropomorphismus\nals Erkl\u00e4rung ablehnt und f\u00fcr eine w\u00f6rtliche Auslegung eintritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott ist frustriert<\/strong>.Besonders\nin den Propheten dr\u00fcckt Gott manchmal seinen Frust \u00fcber das Verhalten Israels\naus. Ich finde dieses Argument nicht \u00fcberzeugend. Man kann durchaus Frust empfinden,\nauch wenn man die Ursache erwartet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott bereut<\/strong>. Es geht hier um die\n\u00dcbersetzung des hebr\u00e4ischen Wortes <em>nicham<\/em>.Wenn man nicht\naufpasst, beweist man so allerdings mehr als einem lieb sein kann. Schlie\u00dflich geht\nes beim<em> Bereuen<\/em> oft um mehr als um einen schlichten Fehler oder Irrtum;\nmoralisches Fehlverhalten hat stattgefunden. Aber wer will argumentieren, dass\nGott moralisch falsch lag, als er zum Beispiel Saul zum K\u00f6nig \u00fcber Israel\nernannte und dies sp\u00e4ter \u201ebereute\u201c (1. Samuel 15; interessanterweise wird das\nVerb <em>nicham<\/em> in diesem Kapitel viermal verwendet, zweimal, um zu sagen,\ndass Gott \u201ebereute\u201c und zweimal, dass er nicht \u201ebereue\u201c)? Moderne \u00dcbersetzungen\nverwenden f\u00fcr <em>nicham<\/em> deswegen oft W\u00f6rter wie <em>bedauern<\/em>, <em>trauern<\/em>,\n<em>ablassen<\/em> und <em>leidtun<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-medium\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"251\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-pen-1329258_1280.jpg?resize=300%2C251&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1949\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-pen-1329258_1280.jpg?resize=300%2C251&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-pen-1329258_1280.jpg?resize=1024%2C856&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-pen-1329258_1280.jpg?resize=768%2C642&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-pen-1329258_1280.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"\">Der offene Theismus glaubt, dass Gott Fehler\nmachen und sie in diesem Sinne bereuen kann. Da er die Zukunft nur begrenzt\nkennt, kann er einen Weg w\u00e4hlen, der sich als falsch erweist. Und dann bereut\nGott und \u00e4ndert seine Meinung, so der offene Theismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wir sollten jedoch beachten, dass Bedauern\nauch das Gef\u00fchl der <em>Trauer<\/em> zum Ausdruck bringen kann; etwas zu bedauern\nbedeutet nicht unbedingt, dass ein Fehler gemacht wurde, im Sinne von \u201eIch\nh\u00e4tte etwas anderes tun sollen\u201c. Aber dann ist dieser Fall \u00e4hnlich wie der\nvorherige Punkt. Er beweist nicht das Fehlen von Vorherwissen. Man kann tiefes\nBedauern und Schmerz \u00fcber etwas empfinden, auch wenn man wusste, dass es\npassieren w\u00fcrde. Ein Beispiel: der Tod von Menschen, die wir lieben, besonders\nwenn sie deutlich \u00e4lter sind als wir. Wir alle wissen, dass unsere Gro\u00dfeltern\nund unsere Eltern sterben werden. Dies zu wissen, verhindert nicht die Trauer,\nwenn sie sterben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-medium\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"211\" height=\"300\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?resize=211%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1951\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?resize=211%2C300&amp;ssl=1 211w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?resize=720%2C1024&amp;ssl=1 720w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?resize=768%2C1092&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?resize=1080%2C1536&amp;ssl=1 1080w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?resize=1440%2C2048&amp;ssl=1 1440w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-Boyd.jpg?w=1620&amp;ssl=1 1620w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott \u00e4ndert seine Meinung<\/strong>. Um\nMissverst\u00e4ndnissen vorzubeugen, k\u00f6nnten wir die \u00dcbersetzung aktualisieren: <em>Gott\n\u00e4ndert seine Meinung<\/em>, er entscheidet sich anders. Ist das ein Anthropomorphismus?\nDer offene Theismus meint nein; er will die Aussage w\u00f6rtlich nehmen. Aber was\nist mit diesem Wort des Propheten Jeremia, nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems und\ndes Tempels, an diejenigen, die noch im Land \u00fcbriggeblieben waren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Werdet\nihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch bauen und nicht einrei\u00dfen; ich\nwill euch pflanzen und nicht ausrei\u00dfen; denn <em>es hat mich gereut<\/em> das\nUnheil, das ich euch angetan habe. (Jer. 42:10, ESV; Betonung hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Gott hatte genau das getan, was er gesagt\nhatte. Das Ergebnis ist genau das, was er vorhergesagt hatte. Doch es reut ihn:\nEr \u00fcberlegt es sich anders, und zwar ohne, dass eine Ver\u00e4nderung bei den beteiligten\nPersonen stattgefunden hat. Menschen tun dies nat\u00fcrlich oft: Sie bedauern die\nvon ihnen gew\u00e4hlte Vorgehensweise, sobald sie die Folgen sehen. Aber Gott? Wie\nkann er es sich anders \u00fcberlegen, wenn genau das eintrifft, was er vorhergesagt\nhat?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Meistens geht es aber um F\u00e4lle, in denen Gott sich\nanders entscheidet, weil Menschen Reue zeigen und umkehren. Ich habe bereits in\nder vorherigen Ausgabe die Bekehrung Ninives besprochen. Beispiele wie diese,\nin denen sich Menschen \u00e4ndern, belegen kaum eine echte Ver\u00e4nderung in Gott;\nselbstverst\u00e4ndlich reagiert er anders auf den Bu\u00dffertigen. Und war das nicht genau\nder Grund, weshalb er Jona nach Ninive schickte, damit ihre Bewohner sich bekehren\nw\u00fcrden, etwas, das der Prophet nur allzu gut verstand? Gott wollte die Stadt\nvon Anfang an verschonen. Das belegt nicht, dass Gott nicht wusste, was\npassieren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Jeremia 18,1-11 fasst das Prinzip zusammen.\nWenn Gott einer Nation Zerst\u00f6rung androht und sie sich daraufhin bekehrt, l\u00e4sst\nGott vom Unheil ab (Hebr. <em>nicham<\/em>). Und wenn er verspricht, eine Nation\naufzubauen, und sie sich abwendet, wird er das Gute bereuen, das er tun wollte.\nIst das eine Ver\u00e4nderung oder ist es konsequentes Verhalten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein Beispiel anderer Art: Was ist mit Jesaja\n38 und Hiskias Krankheit? Gott schickt den Propheten Jesaja, um zu verk\u00fcnden,\ndass Hiskia sterben wird. Der K\u00f6nig betet. Jesaja hat den Palast noch nicht\nverlassen; er wird zur\u00fcckgeschickt, um zu verk\u00fcnden, dass Gott sein Leben um 15\nJahre verl\u00e4ngert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u00c4ndert Gott seine Meinung so leicht, fast sprunghaft?\nHat Gott nicht damit gerechnet, dass Hiskia angesichts solcher Nachrichten\nbeten w\u00fcrde? Oder ist diese Reaktion genau das, was er beabsichtigt hat?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wahrscheinlich teilt Gott hier sein mittleres\nWissen: Wenn nichts Ungew\u00f6hnliches passiert, w\u00fcrde Hiskia an dieser Krankheit\nsterben. Das Teilen dieser Informationen ist fast eine Einladung zum Beten.\nGott wird nicht \u00fcberrascht. Er antwortet daher sofort auf Hiskias Gebet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">[<strong>Anmerkung<\/strong>: <em>Wenn Gott die Zukunft\nnicht vollst\u00e4ndig kennt, geht er mit seinem Versprechen, Hiskia 15 Jahre mehr\nLebenszeit zu geben, ein erhebliches Risiko ein. Alle m\u00f6glichen freien\nEntscheidungen sowohl von Hiskia als auch von anderen h\u00e4tten seine Lebensdauer\nbeeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen.<\/em>]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wie sollten wir das gro\u00dfe Beispiel der F\u00fcrbitte\nim Alten Testament verstehen: Mose, der f\u00fcr das Volk Israel eintritt, als\nIsrael um das goldene Kalb tanzt (2. Mo. 32; eine \u00e4hnliche Episode ist in 4. Mo.\n14,11-20 beschrieben)? Hat Mose es geschafft, Gott umzustimmen? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Auf den ersten Blick schon. Gott sagt Mose,\ndass er das Volk mit Feuer verbrennen will (Ex 32,10). Wenn wir das w\u00f6rtlich\nnehmen, k\u00f6nnten wir daraus schlie\u00dfen, dass Gott in einem emotionalen Ausbruch\ndem Anschein nach die Fassung verliert und gewaltt\u00e4tig wird. Aber vielleicht sollten\nwir diese Aussage nicht zu w\u00f6rtlich nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Gl\u00fccklicherweise ist Mose da, um Gott an seine\nVerhei\u00dfung an Abraham, Isaak und Jakob zu erinnern und auf die Folgen f\u00fcr den\nRuf Gottes bei den \u00c4gyptern hinzuweisen. Man k\u00f6nnte meinen, dass Mose\nliebevoller und f\u00fcrsorglicher ist als Gott! Besser in die H\u00e4nde Moses\u2018 zu fallen\nals in die H\u00e4nde Gottes!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Oder lehrt uns der Abschnitt, wie gern Gott\nauf F\u00fcrbitte und Reue eingeht, weil er es vorzieht, barmherzig zu handeln (dazu\naber einen Grund braucht, um den Eindruck zu vermeiden, dass es egal ist, was\nwir tun)? Er bringt Mose und Ninive und uns dazu, ihn durch F\u00fcrbitte und Reue\nscheinbar umzustimmen. Aber hat die F\u00fcrbitte oder die Bekehrung ihn wirklich\numgestimmt oder war er schon die ganze Zeit auf diesem Weg \u2013 dem Weg der Gnade\nund Vergebung? Die Geschwindigkeit, mit der Gott auf Mose antwortet, deutet auf\nletzteres hin: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Da gereute [<em>nicham<\/em>] den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte. (2. Mo. 32,14)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Ein letztes Beispiel unter dieser Rubrik. Wie\nsollten wir 1. Mose 6,6 verstehen?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Da reute [<em>nicham<\/em>] es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bek\u00fcmmerte ihn in seinem Herzen und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gew\u00fcrm und bis zu den V\u00f6geln unter dem Himmel; denn es reut [<em>nicham<\/em>] mich, dass ich sie gemacht habe.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Der offene Theismus will diese Aussage\nw\u00f6rtlich nehmen. Aber stimmt das? Das Buch 1. Mose ist in einem bewusst\neinfachen Stil geschrieben, voller Anthropomorphismen. Gott geht durch den\nGarten. Er fragt Adam und Eva, was sie getan haben (hei\u00dft das, er wei\u00df es\nnicht?). Wenn Menschen einen Turm bauen, kommt Gott herab, um zu sehen, was sie\ntun. Gott besucht Abraham auf dem Weg nach Sodom, weil er den Aufschrei gegen\ndie Stadt geh\u00f6rt hat und selbst sehen will, ob die Dinge wirklich so schlimm\nsind. Dabei geht es nicht darum, ob Gott die Zukunft kennt; hier fragt sich, ob\nsein Wissen \u00fcber die Gegenwart begrenzt ist. Wenn wir das alles w\u00f6rtlich\nnehmen, w\u00e4re Gott weit davon entfernt, allwissend zu sein; er w\u00e4re auch nicht\nallgegenw\u00e4rtig (er muss irgendwo hingehen, um zu sehen, was dort passiert).\nNachdem er mit sich selbst \u00fcberlegt hat, beschlie\u00dft Gott, seine Absicht mit\nAbraham zu teilen. Zu anderen Zeiten erinnert sich Gott an Dinge. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wo wir die Grenze zwischen Anthropomorphismus\nund einer direkten oder w\u00f6rtlichen Beschreibung von Gott ziehen, ist in der\nTextauslegung eine wichtige Frage. Ich bin nicht \u00fcberzeugt, dass der offene Theismus\ndiese Grenze richtig zieht. Wenn wir die Sprache in 1. Mose 6 w\u00f6rtlich nehmen\nsollten, warum nicht in den anderen Abschnitten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Klar ist: Es ist m\u00f6glich, solche Aussagen auf\nunterschiedliche Weise zu interpretieren. Und schon deshalb widerlegen sie nicht,\ndass Gott die Zukunft vorhersieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott stellt Menschen auf die Probe <\/strong>(z.B. 1.\nMo. 22; 2. Chron. 32,31), um zu wissen, was im Herzen der Menschen vorgeht. Ich\nhabe das nie f\u00fcr ein starkes Argument gehalten. Gott k\u00f6nnte nie sicher sein,\ndass wir uns am n\u00e4chsten Tag nicht doch wieder anders entscheiden w\u00fcrden. Und\nwenn es darum geht zu wissen, was im Herzen der Menschen vorgeht, geht es nicht\num die Zukunft, sondern um die Gegenwart. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott sucht (und findet nicht)<\/strong>.In\nHesekiel 22,30 sucht Gott nach einem Mann, der f\u00fcr Israel \u201ein die Bresche treten\u201c\nwird, findet aber keinen. Boyd argumentiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Es ist schwer zu verstehen, wie Gott aufrichtig nach jemandem \u201egesucht\u201c haben kann, der F\u00fcrsprache einlegt, wenn er die ganze Zeit \u00fcber sicher gewesen w\u00e4re, dass es niemanden geben w\u00fcrde, wie es die traditionelle Sichtweise des Vorherwissens behaupten muss. K\u00f6nnte jemand wirklich sein Haus durchsuchen und versuchen, ein Paar Schuhe zu finden, von denen er wei\u00df, dass er sie nicht besitzt? Und selbst wenn jemand dies getan h\u00e4tte, w\u00fcrde man ihn deswegen f\u00fcr besonders weise halten? Nat\u00fcrlich nicht. Doch die traditionelle Sichtweise will uns glauben lassen, dass der allweise Gott nach einem F\u00fcrbitter suchte, von dem er ewig wusste, dass er nicht gefunden werden w\u00fcrde. Ist es angesichts der Tatsache, dass Gott <em>versucht <\/em>hat, einen F\u00fcrsprecher zu erheben, nicht vern\u00fcnftiger zu dem Schluss zu kommen, dass es <em>m\u00f6glich <\/em>war, dass ein F\u00fcrsprecher auf Gott reagiert h\u00e4tte? (Beilby und Eddy 2001: 28; Betonung wie im Original)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Das Problem ist&#8230;. es geht hier nicht um die\nZukunft. Der Schuh ist eine gegenw\u00e4rtige Realit\u00e4t, ebenso wie die Existenz\n(oder Abwesenheit) eines potenziellen F\u00fcrbitters. Es geht um die Gegenwart. Wie\nkommt es, dass Gott nicht wusste, dass es einen solchen Menschen nicht gab? Hat\ner sich an Kandidaten gewandt, die nicht geantwortet haben? Gab es keine\nKandidaten? H\u00e4tte Gott das nicht wissen sollen? Warum nicht Hesekiel oder\nJeremia, die beide zu diesem Zeitpunkt aktiv waren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Hesekiel 22 ist kein Beispiel, das zeigt, dass\nGottes Wissen \u00fcber die Zukunft unvollst\u00e4ndig ist. Man kann die Stelle auch\nanders auslegen. Sie zeigt sein Herz und die Lage Judas. Und sie zeigt wie Gott\nin Bezug auf Menschen nicht unbedingt auf Grund seines Vorherwissens handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott ist \u00fcberrascht, schockiert, entt\u00e4uscht. <\/strong>Ein\nklassisches Beispiel in dieser Kategorie ist das Lied vom Weinberg in Jesaja 5:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Wohlan, ich will meinem lieben Freunde singen, <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten H\u00f6he.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Und er grub ihn um und entsteinte ihn <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und pflanzte darin edle Reben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Er baute auch einen Turm darin <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">und grub eine Kelter <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>und wartete darauf, dass er gute Trauben br\u00e4chte; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>aber er brachte schlechte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">das ich nicht getan habe an ihm? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><em>w\u00e4hrend ich darauf wartete, dass er gute br\u00e4chte?<\/em> (Jes. 5:1-4; Betonung hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"\">Offensichtlich ist der Weinberg ein poetisches Bild f\u00fcr Israel (Jes. 5,7). Wir m\u00fcssen uns aber fragen, ob Gott wirklich \u00fcberrascht war, wie sich Israel entwickelte, oder ob Jesaja eine literarische Form verwendet, um zu veranschaulichen, wie unangemessen das Verhalten Israels war. Und wenn wir den Text so verstehen, dass Gott dieses Ergebnis tats\u00e4chlich nicht erwartet hat, m\u00fcssen wir auch folgern, dass Gott best\u00fcrzt ist und immer noch nicht versteht, warum es dazu kam (\u201eWarum hat er denn schlechte Trauben gebracht?\u201c Jes. 5,4). Wenn Gott nicht wusste, was passieren w\u00fcrde, versteht er auch nicht, warum es passiert ist \u2013 etwas, das sich auf die Vergangenheit und die Gegenwart bezieht, nicht auf die Zukunft. Diese Darstellung l\u00e4sst Gott ziemlich naiv aussehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">In Jeremia dr\u00fcckt Gott ebenfalls seine\nEntt\u00e4uschung aus; Israel handelte nicht so, wie er es erwartet hatte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Und der HERR sprach zu mir zur Zeit des K\u00f6nigs Josia: Hast du gesehen, was Israel, die Abtr\u00fcnnige, tat? Sie ging hin auf alle hohen Berge und unter alle gr\u00fcnen B\u00e4ume und trieb dort Hurerei. Und ich dachte, nachdem sie das alles getan, w\u00fcrde sie zu mir zur\u00fcckkehren. Aber sie kehrte nicht zur\u00fcck. (Jer. 3,6f; siehe auch Jer. 3,19f)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">In Hesekiel 12,3 denkt Gott, \u201evielleicht\nmerken [oder verstehen] sie es\u201c. Jeremia 26,3 ist \u00e4hnlich: Vielleicht wollen\nsie h\u00f6ren, als Antwort auf Jeremias Botschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Daraus k\u00f6nnten wir schlie\u00dfen, dass Gott nicht\nwusste, was passieren w\u00fcrde. Aber zu diesem Zeitpunkt wusste Gott es doch sicher\nbesser, als sich von der Unbu\u00dffertigkeit Israels \u00fcberraschen zu lassen? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn Gott alle M\u00f6glichkeiten kennt, wie es die offenen Theisten eingestehen,\nauch wenn er nicht wei\u00df, welche davon eintrifft, sollte er nicht \u00fcberrascht\noder schockiert sein von dem, was passiert. Schlie\u00dflich wusste er immer, dass\nes eine der M\u00f6glichkeiten war. So ist auch im offenen Theismus diese\nAusdrucksweise als Anthropomorphismus zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Greg Boyd versucht, diese Schlussfolgerung zu vermeiden, indem er\nargumentiert: \u201eObwohl Gott \u00fcber alle m\u00f6glichen Ergebnisse perfekt Bescheid wei\u00df,\nwenn das Unwahrscheinliche eintritt, ist das per definitionem nicht, was ein\nallwissender Gott erwarten w\u00fcrde. Er ist mit Sicherheit perfekt darauf\nvorbereitet. Aber das widerlegt nicht die Tatsache, dass es unwahrscheinlich\nwar\u201c (Beilby und Eddy 2001: 147). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Mit anderen Worten, in diesen F\u00e4llen ist Gott \u00fcberrascht von der\nUnwahrscheinlichkeit der unmoralischen Entscheidungen der Menschen, nicht von\nder Wahl selbst, von der er wusste, dass sie eine M\u00f6glichkeit war, wenn auch\neine unwahrscheinliche. Es scheint dann aber, dass Gott seine\nWahrscheinlichkeiten falsch einsch\u00e4tzt, und zwar dauerhaft. Gott ist schon\nmehrere Jahrhunderte mit Israel unterwegs, und immer noch sch\u00e4tzt er die\nWahrscheinlichkeiten bei moralischen Entscheidungen Israels konsequent falsch\nein. Er erwartet immer noch ein besseres, positiveres Ergebnis. Klingt das\nnicht eher unwahrscheinlich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn Gott bei Jesaja, Jeremia und Hesekiel\nwirklich erwartet h\u00e4tte, dass Israel sich bekehren und sich anders verhalten\nw\u00fcrde, w\u00e4re er naiv. So tritt er im offenen Theismus hervor: Er hofft immer auf\ndas Beste und wird st\u00e4ndig entt\u00e4uscht. Zu diesem Zeitpunkt sollte er wissen,\nwie unzuverl\u00e4ssig Israel und die Menschheit ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es kommt noch schlimmer. Schon fr\u00fch im AT wusste\nGott, dass es so sein w\u00fcrde. Er hat es n\u00e4mlich vorhergesagt. Hat er seine\neigenen Vorhersagen vergessen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Denn ich\nwill sie in das Land bringen, das ich ihren V\u00e4tern zu geben geschworen habe,\ndarin Milch und Honig flie\u00dft. Und wenn sie essen und satt und fett werden, so\nwerden sie sich zu andern G\u00f6ttern wenden und ihnen dienen, mich aber l\u00e4stern\nund meinen Bund brechen. (5. Mo. 31,20; siehe auch 5. Mo. 32).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Schon kurz vor der Sintflut kam Gott zu dem\nSchluss, dass \u201ealles Dichten und Trachten ihres Herzens nur b\u00f6se war immerdar,\u201c\n(Gen. 6,5, ESV). Nach der Sintflut ist es kaum besser: \u201eDas Dichten und\nTrachten des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf\u201c (Gen. 8,21, ESV).\nWor\u00fcber soll man sich also wundern? Wie k\u00f6nnen S\u00fcnde und Rebellion ein\nunwahrscheinliches Ergebnis sein, wie Boyd meint?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Fazit<\/strong>. Wenn man diese Beispiele, die Gottes\n\u00dcberraschung zum Ausdruck bringen, in Isolation liest, k\u00f6nnen sie so verstanden\nwerden, dass Gott tats\u00e4chlich nicht wusste, wie Israel reagieren w\u00fcrde. Es gibt\naber auch eine alternative Erkl\u00e4rung. Die Beispiele zeigen, wie Gott mit den\nMenschen auf Grund der Sachlage der Gegenwart umgeht, ohne R\u00fccksicht darauf,\nwas er \u00fcber die Zukunft wei\u00df. Und es zeigt sein Herz, wie es aus menschlicher\nSicht verstanden wird. Was kommuniziert werden muss, wie schockierend falsch\nund unangebracht das Verhalten Israels ist. Das ist Gottes rhetorische\nStrategie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn wir das Gesamtbild betrachten und nicht\nnur einzelne Aussagen, dann gibt es meiner Meinung nach gute Gr\u00fcnde, viele\ndieser Beispiele als Anthropomorphismen zu betrachten. Sie w\u00f6rtlich zu nehmen,\nf\u00fchrt zu unplausiblen und absurden Schlussfolgerungen \u00fcber Gott.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorhersagen in der\nBibel brauchen eine Neuinterpretation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Bef\u00fcrworter des offenen Theismus leugnen nicht, dass es in der Bibel\nBeispiele gibt, in denen Gott etwas \u00fcber die Zukunft vorhersagt; es gibt jedoch\nkeine Aussage, dass Gott alles \u00fcber die Zukunft wei\u00df (Beilby und Eddy 2001:\n16). Andererseits gibt es aber auch keine solche Aussage \u00fcber die Gegenwart\noder die Vergangenheit, und zumindest darin sind sich alle einig, dass Gott\ntrotzdem alles \u00fcber die Gegenwart und die Vergangenheit wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wenn der offene Theismus Recht hat, m\u00fcssen die Beispiele f\u00fcr Gottes\nVorherwissen Ausnahmen sein; es sind Sonderf\u00e4lle, die einer Erkl\u00e4rung bed\u00fcrfen.\nGott wei\u00df normalerweise nicht, was die Menschen tun werden, aber manchmal wei\u00df\ner es. Nachfolgend gibt es eine kleine Auswahl wichtiger F\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Gott sagt sein eigenes Handeln voraus<\/strong>. Es\ngibt F\u00e4lle, in denen Gott etwas voraussieht, weil er beschlossen hat, es zu\ntun. Diese Dinge h\u00e4ngen also nicht von anderen ab. Es ist nicht \u00fcberraschend,\ndass Gott voraussieht, was er selber tun wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Dies gilt zweifellos f\u00fcr viele Vorhersagen in den Propheten. Es gibt\njedoch ein Problem. Oftmals ist das, was Gott verk\u00fcndet, ein Urteil \u00fcber S\u00fcnde\nund Bundesbruch. Die Vollstreckung findet durch menschliche Akteure statt, d.h.\nNationen wie die Assyrer und die Babylonier. Sie werden ihr Weltreich mithilfe\nvon Gewalt und Unterdr\u00fcckung aufbauen. Und dann werden sie mit ihren\nKriegsverbrechen und anderen \u00dcbeln in Israel oder Juda eindringen und Gottes Urteil\nausf\u00fchren. Gott wird sie f\u00fcr ihre Verbrechen zur Verantwortung ziehen. Aber er\nsagt auch zumindest einiges davon im Detail vorher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Mit anderen Worten, Gott kennt ihre frei gew\u00e4hlten b\u00f6sen Taten im Voraus\n\u2013 genau das, was nach dem offenen Theismus nicht m\u00f6glich sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Jesaja 41,22ff und 46,9ff<\/strong>. Jesaja enth\u00e4lt mehrere entscheidend wichtige\nAussagen, die das Vorherwissen Gottes betreffen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von Anfang an verk\u00fcndigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich \u2026 Wie ich\u2018s gesagt habe, so lasse ich\u2018s kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch. (Jesaja 46,9-11)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"\">Sie sollen herzutreten und uns verk\u00fcndigen, was kommen wird. Verk\u00fcndigt es doch, was fr\u00fcher geweissagt wurde, damit wir darauf achten! Oder lasst uns h\u00f6ren, was kommen wird, damit wir merken, dass es eintrifft! Verk\u00fcndigt uns, was hernach kommen wird, damit wir erkennen, dass ihr G\u00f6tter seid! Wohlan, tut Gutes oder tut Schaden, damit wir uns verwundern und erschrecken! \u2026 Wer hat es von Anfang an verk\u00fcndigt, dass wir\u2018s vernahmen? Wer hat es vorher geweissagt, dass wir sagen: Das ist recht! Aber da ist keiner, der es verk\u00fcndigte, keiner, der etwas h\u00f6ren lie\u00df, keiner, der von euch ein Wort h\u00f6rte. (Jesaja 41,22-26)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"\">Boyd (Beilby und Eddy 2001: 14f) weist darauf hin, dass (a) diese Bibelstellen\nnicht behaupten, dass Gott \u00fcber eine umfassende Vorkenntnis verf\u00fcgt (er kennt\ndas Ende und offensichtlich zumindest einiges dazwischen, aber nicht unbedingt\nalles), und (b), dass Gott in Jesaja 41,10f erkl\u00e4rt, dass er das tun wird, was\ner beabsichtigt und angek\u00fcndigt hat; deswegen ist dieser Text ein klares\nBeispiel daf\u00fcr, dass Gott seine eigenen Handlungen voraussagt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Boyd hat zum Teil Recht; diese Zitate behaupten nicht, dass Gott alles\nvorher wei\u00df. Es geht jedoch um mehr, als Boyd durchblicken l\u00e4sst. Der\nentscheidende Unterschied zwischen Gott und den G\u00f6tzen ist nicht, dass Gott in\nder Lage ist, das zu tun, was er sich vorgenommen hat, sondern dass er in der\nLage ist, vorherzusagen, was geschehen wird. Und diese F\u00e4higkeit ist\nunerl\u00e4sslich, um Gott zu sein: \u201eVerk\u00fcndigt uns, was hernach kommen wird, damit\nwir erkennen, dass ihr G\u00f6tter seid\u201c (Jes. 41,23). Das bedeutet: Ein Wesen ohne\ndie F\u00e4higkeit, die Zukunft vorherzusagen, ist nicht Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Josia und Kyrus<\/strong>.In 1. K\u00f6nige 13,2 verk\u00fcndet ein\nnamenloser Prophet die Geburt von K\u00f6nig Josia und erkl\u00e4rt, dass der K\u00f6nig\nmenschliche Knochen auf dem Altar verbrennen wird, den Jerobeam errichtet hat.\nDas passiert fast 300 Jahre vor Josias Geburt. Die zweite H\u00e4lfte des Jesajabuches\nenth\u00e4lt mehrere Vorhersagen \u00fcber den persischen K\u00f6nig Kyrus, der in Jesaja 44,28\nund 45,1 namentlich erw\u00e4hnt wird. Dies zeigt bemerkenswertes, wenn auch nicht\nunbedingt vollst\u00e4ndiges Vorherwissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Dies wird zu einem Sonderfall erkl\u00e4rt, indem Gott die Freiheit der\nMenschen einschr\u00e4nkt. Wie Greg Boyd es ausdr\u00fcckt: \u201eDiese Anordnungen schufen\noffensichtlich Parameter, die die Freiheit der Eltern, diese Individuen zu\nbenennen begrenzten \u2026 und schr\u00e4nkten auch den Freiraum ein, den diese\nIndividuen in Bezug auf bestimmte vorherbestimmte Aktivit\u00e4ten hatten\u201c (Beilby\nund Eddy 2001: 19f).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es steckt eine tiefe Ironie in dieser \u201eL\u00f6sung\u201c. Der offene Theismus\npr\u00e4sentiert sich als Verfechter der menschlichen Freiheit und des freien\nWillens. In Punkten wie diesen schl\u00e4gt er jedoch vor, dass Gott den freien\nWillen seiner Gesch\u00f6pfe au\u00dfer Kraft setzt. Abgesehen vom Hyper-Calvinismus tut\ndies keine andere Sichtweise, nicht einmal der Calvinismus. Alle Ansichten\nbest\u00e4tigen sowohl Gottes Vorherwissen als auch, dass die Ereignisse durch die\nfreie Wahl der Einzelnen ohne Zwang zu Stande kommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Man kann argumentieren, dass der Calvinismus dabei auf einen\nWiderspruch baut (indem er sowohl Pr\u00e4destination als auch den freien Willen\nbekr\u00e4ftigt) oder dass der Calvinismus mit einer inakzeptabel schwachen\nDefinition von freiem Willen arbeitet. Selbst wenn das der Fall w\u00e4re, gibt es\nnoch andere Ansichten wie einfaches Vorherwissen und mittleres Wissen, in denen\nGott niemanden zwingt oder einschr\u00e4nkt. Nur im offenen Theismus muss Gott\ngelegentlich eingreifen und den freien Willen aufheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Und in diesen F\u00e4llen umfasst die g\u00f6ttliche Intervention Einiges. Eine\nlange und bemerkenswerte Abfolge von Ereignissen, an denen viele Menschen\nbeteiligt sind, muss richtig stattfinden, nicht nur damit Josia und Kyrus\ngeboren werden, sondern auch damit sie diejenigen Individuen werden, die sie\nwaren \u2013 damit sie schlie\u00dflich tun, was \u00fcber sie vorhergesagt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Petrus<\/strong>.Bevor der Hahn zweimal kr\u00e4ht, wirst\ndu mich dreimal verleugnen. Das ist eine bemerkenswerte Vorhersage. Es ist\nkeine Warnung, sondern wird als einfache Feststellung formuliert. Es reicht\nnicht aus zu argumentieren (wie Boyd in Beilby und Eddy 2001: 20f), dass der\nCharakter des Petrus zu diesem Zeitpunkt gefestigt und bekannt war. Es ist\nnicht verwunderlich, dass Petrus unter Druck einknickt. Aber die Aussage, die\nJesus macht, beinhaltet einen genauen Zeitpunkt und eine bestimmte Anzahl von\nLeugnungen. Und wie kann Jesus sicher sein, dass Petrus unter starken Druck\ngeraten w\u00fcrde? Petrus h\u00e4tte untertauchen k\u00f6nnen. Er musste nicht in den Hof des\nHohepriesters eintreten. Andere Menschen waren beteiligt und mussten freiwillig\ndas Notwendige tun (die Frage stellen oder die Anschuldigung \u00e4u\u00dfern), um Petrus\ndazu zu bringen, Jesus zu verleugnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Boyd meint, dass der erforderliche Druck etwas ist, \u201edas Gott leicht h\u00e4tte\ninszenieren k\u00f6nnen, wenn es notwendig geworden w\u00e4re\u201c (Beilby und Eddy 2001:\n20). Mittlerweile entwickelt sich dieser L\u00f6sungsvorschlag zu einem recht\naufwendigen Szenario. Jesus hat eine Aussage gemacht und Gott wird hinter den\nKulissen handeln, um sicherzustellen, dass die Aussage wahr wird. In seiner Reaktion\nauf Boyd schlie\u00dft William Lane Craig: \u201eBoyds Versuch, Jesu Vorhersage von der\nVerleugnung durch Petrus als R\u00fcckschluss aus seinem fehlerhaften Charakter zu\nerkl\u00e4ren, ist abstrus. Zugegeben, Jesus konnte daraus schlie\u00dfen, dass Petrus\nihn entt\u00e4uschen w\u00fcrde. Aber wie konnte er daraus schlie\u00dfen, dass das Scheitern\ndes Petrus in Form von Verleugnung geschehen w\u00fcrde, anstatt Flucht oder\nSchweigen, und wie konnte er auf <em>drei<\/em> Verleugnungen schlie\u00dfen, bevor der\nHahn <em>zweimal<\/em> kr\u00e4hen w\u00fcrde?\u201c (Beilby und Eddy 2001: 57; Betonung im\nOriginal).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Es gibt eine einfachere Erkl\u00e4rung. Jesus hat vorausgesehen, was Petrus\ntun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Judas<\/strong>.Jesus wusste, dass Judas ihn verraten\nw\u00fcrde. Er wusste dies nicht nur gegen Ende, wenn er es m\u00f6glicherweise intuitiv\noder anderweitig h\u00e4tte sp\u00fcren k\u00f6nnen. Nach Johannes 6,64 wusste er es von\nAnfang an, mindestens seit dem Anfang seines \u00f6ffentlichen Dienstes. Wie konnte\nJesus drei Jahre im Voraus wissen, dass Judas ihn verraten w\u00fcrde? Auf Grund des\nCharakters des Judas zu diesem Zeitpunkt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Was w\u00e4re, wenn Judas anders entschieden h\u00e4tte? Zu jedem Zeitpunkt h\u00e4tte\ner, anstatt mit seiner Absicht des Verrats fortzufahren, sich auf das\nmoralische Unrecht seines Handelns besinnen k\u00f6nnen (er tat es kurz danach).\nOder er h\u00e4tte entscheiden k\u00f6nnen, dass es den Aufwand nicht wert war, um einfach\nnach Hause zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Und doch war seine im Alten Testament vorhergesagte Rolle entscheidend\nund musste erf\u00fcllt werden. Was w\u00e4re, wenn Judas in den letzten 48 Stunden\nausgestiegen w\u00e4re? Hatte Gott einen Back-up? Wer w\u00e4re eingestiegen, um die\nRolle von Judas zu erf\u00fcllen, wenn er sich entschieden h\u00e4tte, etwas anderes zu\ntun?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Nach allem Anschein wusste Jesus einfach, was Judas tun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\"><strong>Fazit<\/strong>.Wie verstehen wir die Beispiele, in\ndenen Gott die Zukunft voraussieht? Dies ist eine zentrale Frage in der\nDebatte. Lehnen wir Vorherwissen ab, wie es der offene Theismus tut \u2013 und\nsuchen eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr jedes Beispiel? Oder leiten wir aus diesen Beispielen\nein allgemeines Prinzip ab, dass Gott die Zukunft voraussieht? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Einige der vorgeschlagenen Erkl\u00e4rungen erscheinen denkbar, andere\nwirken eher weithergeholt. Im Gro\u00dfen und Ganzen halte ich es f\u00fcr plausibler,\ndass die Beispiele ein allgemeines Prinzip veranschaulichen: Gott kennt die\nZukunft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der offene Theismus und die Frage\ndes B\u00f6sen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Es ist ein anderes Thema, aber ein verwandtes. Der offene Theismus\nsucht eine Antwort auf die Frage des B\u00f6sen, in der Gott nicht f\u00fcr das B\u00f6se\nverantwortlich ist (wie er es vielleicht sein k\u00f6nnte, wenn er das B\u00f6se\nvorherbestimmt hat). Dies ist ein wichtiger Grund, warum der offene Theismus\ndie Freiheit der Menschen (und der Engel) stark betont. Diese Akteure, nicht\nGott, sind f\u00fcr das B\u00f6se in der Welt verantwortlich. Und Gott konnte nicht\nvoraussehen, was sie mit der ihnen geschenkten Freiheit tun w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Wie Craig jedoch feststellt, scheitert diese Antwort. Selbst wenn Gott\nnicht von Ewigkeit an wei\u00df, was freie moralische Akteure tun werden, sollte er\nin dem Moment, in dem das B\u00f6se geplant wird, eine gute Vorstellung davon haben.\nIn Craigs Worten: \u201eBoyds limitierte Gottheit macht das Problem des B\u00f6sen\nschlimmer, nicht einfacher, denn es wird unerkl\u00e4rlich, warum Gott einfach nur\nda sitzt und die H\u00e4nde ringt, w\u00e4hrend er das B\u00f6se ungehindert weitergehen\nl\u00e4sst, ohne einen moralisch ausreichenden Grund, es nicht aufzuhalten\u201c (Beilby\nund Eddy 2001: 59).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Calvinisten und andere haben zumindest die M\u00f6glichkeit zu argumentieren,\ndass es einen verborgenen Sinn hat, einen h\u00f6heren Zweck, wenn Gott das B\u00f6se zul\u00e4sst.\nIm offenen Theismus ist das B\u00f6se da, weil Gott das Risiko der Freiheit eingegangen\nist. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welcher Gott ist der\nAnbetung w\u00fcrdig?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Am Ende meiner beiden Berichte \u00fcber Gott, Zeit und Vorherwissen stellt\nsich die Frage: Wen werden wir anbeten? Welcher dieser G\u00f6tter l\u00e4sst unser Herz\nsingen? Welcher Gott bringt unsere Seele zum Tanzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Ich kenne meine Antwort. Ich wei\u00df, dass Bef\u00fcrworter des offenen\nTheismus die Schlussfolgerung f\u00fcr unfair halten, aber ich sehe es trotzdem so:\nDer offene Theismus erscheint mir als ein Versuch, Gott nach unserem eigenen\nBild neu zu definieren. Ich finde den resultierenden Gott nicht sehr aufregend.\nAber diesen Gott bete ich gerne an:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Der existiert vor aller Zeit, <br>der nichts braucht und sich trotzdem mitteilt, <br>der alles wei\u00df und voraussieht. <br>und sich trotzdem nicht zur\u00fcckh\u00e4lt.<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-medium\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"200\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-cristofer-jeschke-eO_sEscTbUo-unsplash.jpg?resize=300%2C200&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1952\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-cristofer-jeschke-eO_sEscTbUo-unsplash-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-cristofer-jeschke-eO_sEscTbUo-unsplash-scaled.jpg?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-cristofer-jeschke-eO_sEscTbUo-unsplash-scaled.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-cristofer-jeschke-eO_sEscTbUo-unsplash-scaled.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.wilrens.org\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/cals-69-cristofer-jeschke-eO_sEscTbUo-unsplash-scaled.jpg?resize=2048%2C1365&amp;ssl=1 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bilder<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Kabelbahn: Steven Hrississ. <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/photos\/fGOA5YMSHlw\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">https:\/\/unsplash.com\/photos\/fGOA5YMSHlw<\/a>. CC0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">T\u00fcren: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/photos\/doors-choices-choose-decision-1767562\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">https:\/\/pixabay.com\/photos\/doors-choices-choose-decision-1767562\/<\/a>. CC0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Sorry: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/illustrations\/pen-write-sorry-excuse-me-1329258\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">https:\/\/pixabay.com\/illustrations\/pen-write-sorry-excuse-me-1329258\/<\/a>. CC0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Landschaft: Cristofer Jeschke. <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/photos\/eO_sEscTbUo\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\">https:\/\/unsplash.com\/photos\/eO_sEscTbUo<\/a>. CC0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literaturangaben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"\">Bibelzitate, wenn nicht anders angegeben: <em>Die Bibel nach der \u00dcbersetzung Martin Luthers<\/em>. 1999. Revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Augustine. 1972. <em>Concerning the City\nof God against the Pagans<\/em>, \u00dcbersetzung Henry Bettenson (New York, NY:\nPenguin Books)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Beilby, James K., und Paul R. Eddy (Hrsg.).\n2001. <em>Divine Foreknowledge: Four Views<\/em> (Downers Grove, IL:\nInterVarsity Press)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Boyd,\nGregory A. 2001. <em>God of the Possible: A Biblical Introduction to the Open\nView of God<\/em>, 3. Auflage (Grand Rapids, MI: Baker Books)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Craig,\nWilliam Lane. 1987. <em>The Only Wise God: The Compatibility of Divine\nForeknowledge and Human Freedom<\/em>, (Grand Rapids, MI: Baker Book House)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">\u2014\u2014\u2014.\n2001. <em>Time and Eternity: Exploring God\u2019s Relationship to Time<\/em> (Wheaton,\nIll: Crossway)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Erickson,\nMillard J. 2004. <em>What Does God Know and When Does He Know It? The Current\nControversy over Divine Foreknowledge<\/em> (Grand Rapids, MI: Zondervan)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"\">Lewis,\nC. S. 1977. <em>Mere Christianity: A Revised and Amplified Edition, with a New\nIntroduction, of the Three Books <\/em>Broadcast Talks<em>, <\/em>Christian\nBehaviour <em>and <\/em>Beyond Personality, 28. Auflage. (London: Collins)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennt Gott die Zukunft im Detail, so, wie er die Gegenwart und die Vergangenheit kennt? Nach der Auseinandersetzung mit Gott und Zeit im letzten Monat geht es jetzt um diese Frage. Ein Buch, das gegen Gottes Vorherwissen argumentiert, hat den Titel God of the Possible (\u201eGott des M\u00f6glichen\u201c; Boyd 2001). Der Titel \u00fcberrascht mich. 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